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Nach Todesfall in Kevelaer
Geschwister von Achtjähriger in Spezialklinik

Feuerwehr überprüft ehemaliges Militärgelände in Kevelaer
Feuerwehr überprüft ehemaliges Militärgelände in Kevelaer FOTO: Guido Schulmann
Kevelaer. Nach dem Tod einer Achtjährigen in Kevelaer wurde eine Muskelerkrankung des Mädchens als Todesursache bestätigt. Zwei Schwestern wurden in eine Klinik nach Hannover gebracht.

Ihr Tod hatte Angehörige und Anwohner schockiert und verunsichert, mittlerweile gibt es erste Antworten auf Fragen nach der Todesursache des achtjährigen Mädchens aus Kevelaer.

Die Essener Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens bestätigte unserer Redaktion, dass bei der Obduktion des Kindes eine Zersetzung des Herzmuskels (Rhabdomyolose) festgestellt worden ist. Dabei löst sich die quergestreifte Muskulatur (in der Regel Herz- und Skelettmuskulatur) auf. Ursache dafür könnte laut Staatsanwältin ein Grippe-Virus gewesen sein.

Laut Staatsanwaltschaft sei es wahrscheinlich, dass auch weitere Geschwister des Mädchens an der Krankheit leiden. Die Polizei hatte am Dienstag gesagt, dass bei drei Geschwistern, die im Essener Krankenhaus behandelt werden, außerdem eine Influenza Typ B festgestellt wurde.

Zwei Kinder konnten Krankenhaus verlassen

Zwei Mädchen sind demnach von Essen in eine Spezialklinik nach Hannover gebracht worden, in der man besonders auf die Behandlung von jungen Patienten eingerichtet ist. Ihr Zustand sei ernst, wie es heißt. Ein Bruder wird in weiter Essen behandelt. Zwei andere Geschwister sollen gemeinsam mit der Mutter das Krankenhaus in Geldern bereits verlassen haben.

Das achtjährige Mädchen war mit starken Grippesymptomen ins Krankenhaus nach Geldern eingeliefert worden. Als sich der Zustand verschlechterte, kam es in die Uniklinik nach Essen. Dort starb es am späten Sonntagabend. Die Ärzte des Hospitals informierten die Polizei, die ein Todesermittlungsverfahren einleitete, um zu klären, woran das Kind gestorben ist. Auch zwei sechs und sieben Jahre alten Schwestern und ein neunjähriger Bruder zeigten die gleichen Symptome wie das gestorbene Kind.

Zunächst altes Munitionslager im Verdacht

Die Familie wohnt im Traberpark "Den Heyberg" in Kevelaer-Twisteden, das in den 1980er Jahren ein Munitionslager mit mehr als 300 Bunkern war. Spezialkräfte der Feuerwehr hatten nach Auftreten der zunächst mysteriösen Symptome bei dem Mädchen umfangreiche Untersuchungen nach Giftstoffen vorgenommen. Dabei konnte jedoch nichts gefunden werden.

(lukra/zel)
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