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Kevelaer
Nachbargemeinde Uedem prüft Bau eines Krematoriums

Kevelaer: Nachbargemeinde Uedem prüft Bau eines Krematoriums
In Uedem ist angedacht, eine Verbrennungsanlage ohne Abschiedsraum zu errichten. Ein möglicher Standort könnte ein Grundstück im Gewerbegebiet Molkereistraße sein. FOTO: GOTTFRIED EVERS
Kevelaer. In Xanten scheiterte sein Anliegen. Jetzt versucht ein Investor aus Kleve, eine Anlage bei Kervenheim genehmigt zu bekommen. Von Anja Settnik

Dass die Nachfrage groß ist, wissen nicht nur Bestatter, sondern auch die Friedhofsämter und alle Trauernden, die sich einmal mit der Thematik auseinandersetzen mussten: Immer mehr Verstorbene werden eingeäschert und in einer Urne statt in einem Erdgrab beigesetzt. Eine Entwicklung, die auch in der Region zu beobachten ist. Auch im traditionell geprägten Kevelaer gibt es den Trend zur Feuerbestattung, inzwischen sogar in den Ortschaften.

Noch gibt es in der Region aber kein Krematorium: Bis in den Raum Koblenz oder in die Niederlande werden Verstorbene gebracht, die eingeäschert werden sollen. Nun gibt es konkrete Pläne, im Kreis Kleve ein oder auch zwei Krematorien zu errichten. In Rees sind laut Verwaltung die planungsrechtlichen Voraussetzungen bereits geschaffen, der Investor kann kurzfristig seinen Bauantrag einreichen. In Uedem beginnt die Diskussion erst.

Wie Bürgermeister Rainer Weber der Rheinischen Post gestern bestätigte, prüfe man den Antrag eines Investors. Es gebe keine grundsätzlichen Vorbehalte. Der Investor, der in Uedem aktiv werden will, ist nach RP-Informationen derselbe Mann aus Kleve, der im vergangenen Jahr versuchte, die Politik in Xanten von seinen Plänen zu überzeugen. Die Stadt hatte eine bereits erteilte Baugenehmigung wieder zurückgezogen, womit sich der Geschäftsmann nicht abfinden wollte; er zog (erfolglos) vor Gericht. Außerdem hatte ein Nachbar geklagt, der Recht bekam.

"Wenn überhaupt, ist angedacht, in Uedem eine Verbrennungsanlage ohne Abschiedsraum zu errichten", sagt Weber. Denn Bestattungseinrichtungen verlangen ein würdevolles Umfeld, damit Angehörige Abschied von ihrem Verstorbenen nehmen können. In einem Gebiet, in dem intensiv gearbeitet und umhergefahren wird, ist Stille eben eher nicht gegeben. Deshalb ist an einen Andachtsraum nicht gedacht.

Ein möglicher Standort könnte ein Grundstück im Gewerbegebiet Molkereistraße an der Grenze zu Kervenheim sein.

"Ich bin dann sofort zu den Kirchen und den Bestattern gegangen, um ihr Feedback einzuholen", erklärt Weber. Und das sei keinesfalls ablehnend gewesen. Welchen Vorteil solle es bringen, die Verstorbenen hunderte Kilometer durch die Lande zu fahren? Bestatter Johannes Tepe aus Uedem spricht von 56 Prozent Urnenbestattungen.

Quelle: RP
 
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