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Weeze
Neue Ausstellung über das Segelfliegen in Weeze

Weeze: Neue Ausstellung über das Segelfliegen in Weeze
Die Ausstellung zum Segelflug haben (v.l.) Terry Moore, Heinz Willi Knechten, Ulrich Klyne und Helmut Hartmann organisiert. FOTO: gerhard seybert
Weeze. Zu sehen sind Fotos und Dokumente aus den 1930er und 1940er Jahren sowie ein Modell der alten Segelflugzeughalle.

Den Traum vom Fliegen gibt es schon lange. Über die ersten Anfänge der Segelfliegerei am Niederrhein bis hin zur militärischen Nutzung in der NS-Zeit hat das Royal Air Force Museum in Weeze nun eine Ausstellung ins Leben gerufen.

"Hier im Vorraum unseres Museums kann man ab jetzt die Vorgeschichte des Geländes und des Segelfluges besichtigen." Mit diesen Worten eröffnete Helmut Hartmann, Ehrenvorsitzender des Vereins "Royal Air Force Weeze", die Ausstellung. Zu sehen sind unter anderem Fotos, Dokumente und Zeitungsausschnitte aus den 1930er und 1940er Jahren sowie ein Modell der alten Segelflugzeughalle. Auch Zeitzeugenberichte von ehemaligen Segelfliegern gibt es.

"Die Segelfliegerei fand ihre Anfänge Ende der 1920er Jahre", erzählte Hartmann. "Aus den Turn- und Sportvereinen gründete sich dann eine Gruppe von Segelflugzeugbauern, die ersten Flieger wurden aus Holz hergestellt." Anfang der 30er Jahre wurde ein Segelfliegerverein gegründet, welcher Mitglied des Deutschen Segelfliegerverbandes wurde.

Das Fluggelände in Weeze erhielt den Namen "Petrusheim", die Segelflughalle wurde 1937 in Betrieb genommen. "Ab 1933 wurden alle Motor- und Segelflieger in einem Nationalsozialistischen Fliegerkorps zusammengefasst", so Hartmann. "Männliche Jugendliche von 14 bis 18 Jahren kamen in die sogenannte Flieger-HJ und wurden dort zu Piloten für die Luftwaffe ausgebildet."

1944 wurde der Flugbetrieb kriegsbedingt eingestellt. In den 1950ern wurde der Segelflugverein für eine kurze Zeit wiederbelebt, bis zur Beschlagnahmung durch die Royal Air Force. Von 1954 bis 1999 existierte auf dem Gebiet der Gemeinde Weeze der britische Militärflugplatz Laarbruch.

Der Bericht des ehemaligen Segelfliegers Karlheinz Derwall gibt den Besuchern der Ausstellung einen Einblick in die Segelfliegerausbildung zur Zeit des nationalsozialistischen Regimes. Derwall wurde auf dem Segelfluggelände "Petrusheim" ausgebildet und nach abgelegter Prüfung zum Ausheben von Panzergräben eingesetzt.

"Die rund 100 Bilder und Dokumente in der Ausstellung wurden uns von Zeitzeugen und deren Angehörigen zur Verfügung gestellt", erklärte Hartmann. Neben den Fotos und Berichten ist auch ein Modell der Segelflugzeughalle Weeze im Jahre 1937 zu sehen, welches von den Mitgliedern des Vereins eigens angefertigt wurde. " Für den Bau des Modells habe ich bis zu 120 Arbeitsstunden investiert", berichtete Terry Moore, Mitglied des Royal Air Force Museums. "Wir haben anhand von Fotos recherchiert, wie die Flugzeughalle zur damaligen Zeit aussah, und sie dementsprechend nachgebaut."

Die Ausstellung über die Vorgeschichte des Segelfliegens soll dauerhaft bleiben und kann mit dem Museum besichtigt werden.

(duda)
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