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Kevelaer
Neue Optik für Kevelaers "Filetstück"

Kevelaer: Neue Optik für Kevelaers "Filetstück"
FOTO: Stadtumbau
Kevelaer. Die Hauptstraße führt vom Roermonder Platz zur Basilika. Sie ist als Fußgängerzone ausgelegt. Die Dreigliedrigkeit der Straße soll in den Entwürfen von Stadtplaner Helmut Hardt erhalten bleiben. Von Monika Kriegel

Welches "neue Gesicht" könnte das Filetstück der Kevelaerer Innenstadt, die Hauptstraße, künftig bekommen? Mit drei Gestaltungskonzepten konkretisierte Stadtplaner Helmut Hardt dies während einer Bürgerversammlung vor rund 80 Anwohnern der Hauptstraße und weiteren interessierten Kevelaerern.

Zum Einstieg in seine Pläne erläuterte Hardt, warum seine Konzepte zurück zur dreiteiligen optischen Straßenraumgliederung mit einem mittleren breiten Innenraum von etwa vier Metern und Randbereichen führten. "Wir haben im Ist-Zustand eine Straßengliederung komplett ohne räumliche Teilung, gewissermaßen einen Flickenteppich. Auf einer historischen Postkarte lässt sich diese Dreigliedrigkeit gut erkennen. Das habe ich aufgegriffen. Wir gehen sozusagen ,back to the roots'", so Hardt.

Auf der historischen Postkarte ist die Dreigliedrigkeit der Hauptstraße in deren Breite gut auszumachen. Von dieser Darstellung ließ sich Stadtplaner Helmut Hardt bei seinen unten stehenden Entwürfen inspirieren. FOTO: Stadtumbau

Berücksichtigt werden muss, dass die Hauptstraße vergleichsweise schmal, nämlich 8,55 bis 10,89 Meter breit ist. "Sie sollte barrierefrei werden und zwingend Platz für Rettungs- sowie Anlieferungsfahrzeuge bieten", so der Kevelaerer. Zudem solle die Hauptstraße eine Wallfahrtssymbolik für die Gruppen auf den letzten 300 Metern bis hin zur Pilgerstätte in angemessener Weise charakterisieren.

Anregungen und Wünsche nach einer ausführlichen Befragung der Anwohner und Bestände der Außenrestauration habe er in seinen Vorschlägen berücksichtigt. "Wir können auch Details von Plan A, B oder C übernehmen und einen Plan D zeichnen. Nichts ist bisher in Zement gegossen. Alles kann, nichts muss", betonte Hardt.

Das Grundkonzept in unterschiedlichen Variationen. Auf der Grundlage dieser Vorschläge ist auch ein Plan D denkbar. FOTO: Stadtumbau

Seine erste Idee sieht eine farbliche Gestaltung mit einem roten Mittelpflaster und grauen Rändern vor. Ohne Baumbestand, dafür mit Pflanzbeeten, Sitzgruppen und Fahrrad-Stellplätzen. Anfang und Ende der Straße sind klar markiert. Energiesparende LED-Lichtstelen wie beim Roermonder Platz wurden fortgesetzt. Idee Nummer zwei variiert mit hohen Toren eingangs der Straße, rotem und rotbraunem Pflaster, nostalgisch angehauchter Beleuchtung. Schlanke schmale Baumgruppen ergänzen die Optik. Außen rot und innen grau mit insgesamt 15 Bäumen in Dreiergruppen sieht der dritte Vorschlag vor. Für den städtischen Haushalt schlagen die Pläne mit 905.000 bis 936.000 Euro zu Buche. Für eine Zusage der 60-prozentigen Förderung durch Land und Bund stehen die Signale auf "dunkelgrün": Es fehle allein die schriftliche Bestätigung, kam die Auskunft aus der Verwaltung.

Als erste Reaktion der Besucher kam pro und contra Baumbepflanzung. Der Kevelaerer Norbert Heckens diskutierte rege mit: "Ich halte Plan Nr. 1 für den gradlinigsten. Man ist für Bäume, wenn man selbst keine vor der Türe hat." Anwohner Karl Aengenheyster plädierte: "Keine Straße ohne Bäume. Aus meiner Sicht sind sie ein Gestaltungselement."

Udo Holtmann wollte eine Zusage seitens der Verwaltung hören, dass die Kosten letztendlich nicht umgelegt werden. Ihm war wichtig, dass bei aller Detailplanung ein aus seiner Sicht dringendes Projekt, die Umgestaltung des Peter-Plümpe-Platzes, nicht vergessen wird.

Die Geschäftsleute interessierten sich, wie der Zeitplan für die Sanierung aussieht. Das Tiefbauamt kalkuliert Beeinträchtigungen durch Um- und Ausbau von rund einem Jahr ein. "Alle Vorschläge erscheinen mir sehr harmonisch", gab eine Geschäftsfrau wieder. "Uns als Geschäftsleuten ist wichtig, dass die Bauphasen verlässlich eingehalten werden." Die Maßnahmen sollen frühestens nach dem Wallfahrtsjubiläum 2017 starten und in zwei Bauabschnitte unterteilt werden.

Als allgemein sinnvoll wurde erachtet, dass die Fahrräder an zentralen Plätzen "geparkt" werden können, auch wenn dafür ein Pkw-Stellplatz geopfert werden muss. Eine E-Bike-Ladestation müsse her. Die Anwesenden stimmten überein, dass die Bepflasterung glatt, insgesamt barrierefrei werden sollte, eben für die zunehmende Zahl jener Besucher, deren Mobilität eingeschränkt ist.

Interessierte Bürger können die drei Pläne des Planungsbüros in der Verwaltung oder auf der Homepage der Stadt Kevelaer einsehen.

Quelle: RP
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