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Kevelaer
Neues Büro für die Alltagsbegleiterinnen

Kevelaer: Neues Büro für die Alltagsbegleiterinnen
Irene Lehmkuhl (Mitte) mit einigen Mitarbeiterinnen. Die Uedemerin ist seit 2012 selbstständige Alltagsbegleiterin. Zusammen mit ihren zwölf Mitarbeiterinnen kümmert sie sich darum, dass zum Beispiel Senioren möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld wohnen bleiben können. FOTO: Gottfried Evers
Kevelaer. Irene Lehmkuhl hat nach vier Jahren Selbstständigkeit als "Senioren- und Alltagsbegleitung" zwölf Mitarbeiterinnen. In der Schustergemeinde hat sie jetzt ein neues Büro als "Ort der Begegnung" eröffnet. Von Rita Hansen

Seit 2012 kümmert sich Irene Lehmkuhl als selbstständige Alltagsbegleiterin darum, dass Senioren, unter anderem dementiell Erkrankte, möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld wohnen bleiben können. Inzwischen hat die Uedemerin ein Dutzend Mitarbeiterinnen, die kreisweit eingesetzt werden. Damit hat ihre "Senioren- und Alltagsbegleitung Irene Lehmkuhl" eine Größenordnung angenommen, die nach mehr Platz verlangte.

Mittlerweile hat sie daher ein Büro in der Mühlenstraße 9 eröffnet. "Es war zuhause nicht mehr machbar", berichtet Irene Lehmkuhl. "Außerdem war es immer mein Traum, in Uedem einen Ort der Begegnung für Senioren zu schaffen." Sie sieht sich in der Vorreiterrolle. "Das Thema Demenz ist noch gar nicht so an die Oberfläche des gesellschaftlichen Bewusstseins vorgedrungen. Aber das ist die gesellschaftliche Zukunft, denn es werden immer mehr Menschen werden, die dementiell erkranken, aber gerne in den eigenen Wohnungen bleiben möchten."

Früher fingen die Großfamilien die Angehörigen im Alter auf. Das sei heute vielfach nicht mehr möglich. "Wir ersetzen quasi stundenweise die Familie." Mit dem Umzug soll zu den bisherigen Beratungsangeboten und Alltagsbetreuungen ein Gruppenangebot für Menschen mit Demenz hinzukommen. Dafür wurde der vordere Bereich der neuen Räumlichkeiten in hellen Farben gehalten. Mit durchdachten Details wie einem alten Radio oder dem Schaukelpferd, die Erinnerungen wecken und zum Erzählen von früher animieren, wurde der Raum in Wohnzimmeratmosphäre eingerichtet. Künftig soll dort mit bis zu neun dementiell Erkrankten gesungen und erzählt werden. Gedächtnistraining soll ebenso offeriert werden wie Gymnastikübungen. "Ich stelle mir zwei bis drei Stunden am Vormittag oder Nachmittag mit einem Betreuungsverhältnis Eins zu Drei vor. Erst einmal müssen wir sehen, wie die Angebote angenommen werden. Das muss sich einspielen", erklärt die ehemalige Justizangestellte.

Durch die Anerkennung durch die Bezirksregierung Düsseldorf können neben der Alltagsbegleitung jetzt auch die Beratung und die Gruppenangebote nach Paragraph 45 von ihr mit den Pflegekassen abgerechnet werden.

Gerne möchte Irene Lehmkuhl zudem in ihren Räumen auch allen Uedemer Bürgern Angebote bieten. So sind beispielsweise verschiedene Informationsveranstaltungen und einige Abende für Angehörige in Planung. Auch die Vermittlung von Pflegedienst und Physiotherapeut ist möglich.

Quelle: RP
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