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Kevelaer
Novum in Kevelaers Festketten-Historie

Kevelaer: Novum in Kevelaers Festketten-Historie
FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)
Kevelaer. Zum ersten Mal ist mit Norbert und Günther Platzer ein Bruderpaar mit der wichtigen Funktion betraut. Norbert trägt die Kette, sein Bruder steht ihm im Mai als Adjutant zur Seite. Sie gehören den Bürgerschützen Kevelaer an. Von Monika Kriegel

Die Bürgerschützen in Kevelaer schreiben mal wieder Vereinsgeschichte. Nicht nur, dass der erste Festkettenträger der seinerzeit gegründeten Geselligen Vereine Kevelaers 1908 aus den Reihen dieser Schützengemeinschaft proklamiert wurde. Mit dem achten Festkettenträger der "Bürger", Norbert Platzer, gibt es wieder in 2016 wieder ein Novum. "Indem ich meinen Bruder Günther zum Adjutanten ernannte, sind wir meines Wissens die ersten Geschwister in dieser prominenten Funktion", so der Festkettenträger.

"Ich verbinde mit diesem Amt die besondere Ehre, die Bürgerschützen und die Geselligen Vereine in Kevelaer zu repräsentieren", bekennt 62-Jährige offen. Der zwei Jahre ältere Bruder Günther und Adjutant legt noch einen nach: "Da wir als Geschwister in vorderster Front stehen, bin ich auch stolz, dass unser Name - der Name Platzer - so in die Vereinsgeschichte eingeht."

Dabei stehen sie bereits als Schützenkönige mit diesem Familiennamen häufiger in der Vereinschronik. Vater Heinz trug im Jahre 1960 die Königskette. 2004 machte es ihm Sohn Norbert nach, zwei Jahre später bejubelten die Bürger ihren König Günther Platzer. Vor 42 Jahren traten die beiden Brüder zeitgleich ein. "Wir sind länger bei den Schützen als wir verheiratet sind. Die Bürger, das ist und bleibt unser Hobby. Damals sind wir mit einer großen Gruppe eingetreten und hatten bisher viel Freude", gibt der Kevelaerer preis. Nein, seines Wissens gebe es momentan keine Nachwuchssorgen im Festjahr. Gerade seien gut zehn Schützenbrüder neu aufgenommen worden, darunter Sohn Markus.

Der Blick in den Familienkalender lässt jetzt schon erahnen, dass beide Männer im laufenden Jahr wohl mindestens 40 Termine wahrnehmen werden. Verpflichtungen, die sie mit dem beruflichen und familiären Alltag fein abstimmen werden. Norbert Platzer ist Vermessungsingenieur und Immobilienmakler. Er schätzt es sehr, dass Ehefrau Renate ihn voll unterstützt, dass er sogar noch seinen zeitintensiven Hobbys, der Imkerei und Jagd, nachgehen kann.

Günther und Gertrude Platzer wohnen in Stenden, arbeiten in Krefeld in der Bankbranche. "Ich aber nicht mehr so lange. Am 1. April gehe ich - sagen wir mal - in Dauerurlaub", stimmt sich der angehende Rentner auf die neue Phase ein. "Mein Hobby ist unser Garten mit Hanglage. Da gibt es immer was zu tun. Außerdem spiele ich Doppelkopf und bin bei den Kevelaerer Bürgerschützen." Also wird er zu jedem Termin zwischen Kevelaer und Stenden hin- und herpendeln? Ja, da habe er die Unterstützung seiner Ehefrau Gertrude und von Tochter Anne, sagt der Stendener. Vor allem, wenn jemand den Fahrdienst übernehmen müsse. Zur Kirmes werden die beiden Weinliebhaber wohl der Einfachheit halber auf Bier umsteigen, geben sie zu: "Denn zum Wecken um 5 Uhr schon mit Wein beginnen, dann schaffen wir nicht den ganzen Tag."

Noch gut zwölf Wochen verbleiben bis zu den Hauptfesttagen vom 7. bis 9. Mai, denen die Gebrüder Platzer freudig entgegensehen. Wie kann es anders sein, als festgebender Verein wünsche man sich stets gutes Wetter. "Noch dazu: Fröhliche Gesichter nach dem Wahlspruch der Geselligen: Seid einig", betonen Norbert und Günther wie aus einem Munde. An diesem Wunsch können alle - Aktive wie Gäste - mitwirken.

Quelle: RP
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