| 00.00 Uhr

Kevelaer
Nur mit dem Gehör auf Torejagd

Kevelaer: Nur mit dem Gehör auf Torejagd
Wo ist denn nun der Ball? Nur auf Zuruf das Sportgerät zu finden, kann ganz schön schwierig sein. FOTO: Gottfried Evers
Kevelaer. Mit rund 34 Blind-Kick-Spielen, zwölf Teams, einem eigenen "Funny Fahrrad"-Parcours sowie einer großen Menge guter Laune fand am Samstag das diesjährige Turnier statt. Die Hälfte der Einnahmen wurden gespendet. Von Christoph Kellerbach

"Links, weiter links, nein, das andere links, also rechts, ja, ja, richtig! Schieß! Schieß!", schrie der Lotse. Der blinde Spieler zog voll durch und schoss den Fußball gegen die auf einem Tisch stehende Flasche Bier. "Oh, das ging aber daneben", hallte es dem Schützen gut gelaunt von den Besucherbänken entgegen. Denn das 14. Blindkick-Turnier am Samstag war eben voller Action und guter Laune.

"Wir kümmern uns nun bereits zum zweiten Mal um das Turnier, nachdem es vorher zwölf Jahre lang vom Tennisverein ausgerichtet wurde", erklärte Niels Dahlmann vom Kegelclub "Projekt Promille". "Wir waren als Club nämlich seit vielen Jahren mit dabei und wollten die Tradition bewahren. Dieses Jahr haben wir uns zudem in Winnekendonk umgesehen, um auch etwas für all die tolle Zeit zurückzugeben. Deshalb spenden wir am Ende des Tages die Hälfte des Erlöses dem integrativen Sterntaler-Kindergarten."

Insgesamt zwölf Teams waren anwesend, die für jeweils fünf Minuten den kleinen, mit Heuballen umrandeten Spielplatz betraten. Der Torwart sowie der eine Spieler auf dem Feld bekamen Brillen aufgesetzt, durch die sie absolut nichts sehen konnten, während von außerhalb des Feldes ein Lotse Befehle zurief und sie hoffentlich zum Ball lenkte. "Das Ganze sieht einfacher aus, als es ist", wusste Ramona Ehrentraut, die für die "UniKorns" mit verbundenen Augen unterwegs war. "Es ist sehr anstrengend, aber auch aufregend!"

Am Samstag beim Viktoria Sportpark ebenfalls mit von der Partie war die "Sterntaler-Elterninitiative", die fleißig mitkickte: "So ohne die Sicht, das ist echt gewöhnungsbedürftig. Man weiß nicht, was man machen muss", verriet Stephan Simmes. "Da kriegt man erst einmal einen Eindruck, wie der Alltag für Leute aussieht, die eben nicht sehen können." Sein Mitspieler Tony Radts stimmte ihm zu: "Man lernt wirklich, sich auf seine anderen Sinne zu verlassen. Ansonsten finde ich es auch richtig toll, dass die Organisatoren direkt an den Sterntaler-Kindergarten gedacht haben und mit einer Spende helfen wollen. So etwas zeigt richtig schön, dass hier in der Dorfgemeinschaft echt mitgedacht wird."

Wer wollte, der konnte sich auch an der "Funny Fahrrad"-Challenge versuchen. Bei der musste ein kleiner Parcours mit einem Rad befahren werden, bei dem die Links- und Rechts-Steuerung vertauscht war. Für den Hunger der Sportler zwischendurch war natürlich auch gesorgt, so gab es kalte Getränke, Salate und die Organisatoren verkauften fleißig leckere Sachen vom stets belegten Grill.

Nach insgesamt 34 so kurzen wie unterhaltsamen Spielzeiten standen die Gewinner fest. Den ersten Platz belegten die "Bergkamp-Brüder", als Preis gab es Festivaltickets im Wert von 200 Euro. Zweite wurden die Eltern des Sterntaler-Kindergartens. Sie erhielten einen 100 Euro Reisegutschein vom TUI Reisecenter Kevelaer, während der Freundeskreis "Straw Kickers" auf dem dritten Platz landete und sich über einen 50 Euro Einkaufsgutschein von Edeka Brüggemeier freuen konnte.

Doch das Wichtigste war natürlich die Spende an den Kindergarten, die am Ende des Tages noch aufgerundet wurde und insgesamt 410 Euro betrug.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kevelaer: Nur mit dem Gehör auf Torejagd


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.