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Kevelaer
Online-Plattform soll Amazon die Stirn bieten

Kevelaer. Auch die lokale Geschäftswelt hat es erkannt: Am Thema Online-Handel kommt auch Kevelaer nicht vorbei. Deshalb hat sich der Wirtschaftsförderer intensiv mit dem Thema befasst. "Die Geschäftswelt ist dafür sensibel, wir alle wissen, dass wir auf diese Entwicklung und den rasanten Wandel reagieren müssen", sagt Hans-Josef Bruns. Nach Schätzungen werde der Umsatzanteil des Onlinehandels in fünf Jahren in vielen Segmenten bei 25 bis 30 Prozent liegen. Bei Büchern sogar bei 40 Prozent. Inzwischen sei es so, dass viele Käufe direkt über das Smartphone abgewickelt werden, also auch von unterwegs. Von Sebastian Latzel

Um darauf zu reagieren, hat sich der Wirtschaftsförderer ganz intensiv ein Modell der Stadt Wuppertal angesehen. Das dortige Projekt ist Ende 2014 an den Start gegangen und will großen Online-Firmen wie Amazon oder Ebay die Stirn bieten und gleichzeitig den lokalen Einzelhandel stärken.

Die Stadt Wuppertal hat zu diesem Zweck eine eigene Online-Plattform geschaffen, auf der die örtlichen Einzelhändler ihre Produkte anbieten können. Der besondere Clou an dieser Plattform ist, dass die Kunden die Waren noch am selben Tag bekommen, wenn sie bis 17 Uhr bestellt haben. "Einen solchen Service kann auch Amazon nicht leisten, dort kommen die Waren frühestens am nächsten Tag", erläutert Bruns. Auf diese Weise könne man gegen die Online-Riesen punkten. "Wir haben mit den Erfindern der Plattform bereits mehrere Gespräche gehabt und prüfen, ob ein solches Modell auch auf Kevelaer zu übertragen ist", sagt Bruns. In Wuppertal sei das Projekt allerdings mit erheblichen Fördermitteln unterstützt worden. In Kevelaer könnte Bruns sich vorstellen, dass ein IT-Dienstleister aus der Kommune das Portal übernimmt und die Geschäftsleute sich daran beteiligen. Noch sei man hier allerdings in der Planung. "Wir wollen auch erst einmal abwarten, wie sich das Modell in Wuppertal im Alltag bewährt", sagt der Wirtschaftsförderer. Etwa nach einem Jahr will sich Kevelaer in Wuppertal erkundigen, wie das Fazit ausfällt. "Sollte dieses Modell erfolgreich sein, sehe ich gute Chancen, so etwas auch in Kevelaer zu installieren", sagt Bruns. Die Wirtschaftsförderung werde die Sache auf jeden Fall im Auge behalten. In der Geschäftswelt sei das Thema platziert. "Die kennen diese Überlegungen", sagt Bruns.

Quelle: RP
 
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