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Kevelaer
Partnerfrage beim Hülsprojekt offen

Kevelaer: Partnerfrage beim Hülsprojekt offen
FOTO: Seybert Gerhard
Kevelaer. Die Stadt könnte vom Vertrag mit dem Unternehmen Soleo zurücktreten. Doch Verwaltung und Politik setzen weiter auf das Ärztezentrum am Rand der Innenstadt. Es soll Zeit für weitere Abstimmungsgespräche eingeräumt werden. Von Sebastian Latzel

Das Ärztezentrum hat eine wichtige Bedeutung für die Entwicklung des Projektes auf der Hüls. Bekanntlich soll dort ein Pilger- und Gesundheitspark entstehen, mit zum Konzept gehört ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). Das Unternehmen Soleo hat sich die Fläche per Kaufvertrag gesichert, um dort das Ärztezentrum zu realisieren. Im Mai war dazu eine Frist abgelaufen. Bis dahin hätte Soleo eigentlich einen Bauantrag einreichen müssen. Das ist, wie berichtet, nicht passiert. Damit hätte die Stadt Kevelaer jetzt theoretisch die Möglichkeit, vom Vertrag mit dem Unternehmen zurückzutreten. Sie könnte den Kaufvertrag rückabwickeln.

Die Verwaltung möchte den Beteiligten aber mehr Zeit einräumen und hatte daher dem Rat vorgeschlagen, in dieser Sache noch keine Entscheidung zu treffen. Eben diesem Vorschlag sind die Politiker mit großer Mehrheit am Donnerstagabend gefolgt. Nach den Sommerferien soll über das Thema dann noch einmal neu beraten werden. So soll den Beteiligten die Gelegenheit gegeben werden, sich intern über das Projekt noch einmal abzustimmen.

Neben Soleo soll bekanntlich die Krankenhausgesellschaft bei dem Ärztezentrum mit ins Boot geholt werden. Offenbar sind die Karl-Leisner-Kliniken ein wichtiger Partner. Ohne sie wird es vermutlich schwer werden, das Projekt zu stemmen. Vor allem die Akquise der Ärzte wird wohl über diese Schiene laufen. Ohne Mediziner macht natürlich auch kein Ärztezentrum Sinn. Von Seiten der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft hieß es gestern, dass weiterhin die Aussage gelte, dass man den Überlegungen grundsätzlich positiv gegenüber stehe, so Sprecher Christian Weßels. Er werde gemeinsam mit der Stadt geprüft, ob die Einrichtung eines MVZ an der Stelle eine Perspektive habe. Von Soleo war gestern niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Wie berichtet, hatte die Verwaltung im Förderantrag auch eine zweite Variante aufgenommen. Beim so genannten Plan B würde das Ärztehaus nicht direkt im eigentlichen Sole- und Pilgerpark gebaut, sondern auf der anderen Seite des Hoogemittagsweges. Diese Planung spiele aber keine Rolle mehr, sagt Bürgermeister Dominik Pichler. "Das war seinerzeit nur als zusätzliche Variante aufgenommen worden, um eventuell umplanen zu können, ohne dabei die Fördermittel zu gefährden."

Der gesamte Komplex soll aus den drei Modulen Ärztezentrum, Gradierwerk und Multifunktionsgebäude bestehen. Im Multifunktionsgebäude könnten Veranstaltungen stattfinden. Als mögliche Ergänzung ist eine Pilgerherberge im Gespräch. "Das Gradierwerk ist vom Ärztezentrum unabhängig und daher auch getrennt davon zu sehen", sagt Pichler. Aber natürlich gebe es Synergieeffekte zwischen den Bereichen. Genau darauf setze man ja. Schließlich gehe es ja um das Thema "Gesundheit".

Für das Gradierwerk hofft die Stadt auf einen Zuschuss von 1,8 Millionen Euro. Die Gesamtkosten werden auf 2,2 Millionen Euro geschätzt.

Quelle: RP
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