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Kevelaer
Paul Schaffers kritisiert: Nicht mit offenem Visier gekämpft

Kevelaer: Paul Schaffers kritisiert: Nicht mit offenem Visier gekämpft
Paul Schaffers war enttäuscht von der Abstimmung. FOTO: Seybert
Kevelaer. CDU wird das Thema "Nichtwahl von Michael Kamps zum stellvertretenden Bürgermeister" in einer Fraktionssitzung diskutieren. Von Sebastian Latzel

Gestern besorgte sich Paul Schaffers erst einmal die Haushaltsrede von Kämmerer Ralf Püplichuisen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende hatte in der Ratssitzung einfach nicht mehr den Kopf frei, um sich auf die Ausführungen des Kämmerers zu konzentrieren. Zu tief saß der Schock darüber, dass der von der CDU als stellvertretender Bürgermeister vorgeschlagene Michael Kamps mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. Zumal auch ein Teil der CDU-Mitglieder gegen den eigenen Mann gestimmt haben muss. Für Freitag ist jetzt eine Fraktionssitzung anberaumt. Da wird es viel Redebedarf geben. "Wir müssen dann auch besprechen, was das für die künftige Arbeit in der Fraktion bedeutet", sagt Schaffers, der keinen Hehl daraus macht, dass er verärgert ist, dass CDU-Leute gegen den eigenen Kandidaten stimmten.

Sicher sei er enttäuscht. Aber der Vorfall sei für ihn kein Anlass, jetzt nicht mehr als Fraktionsvorsitzender weiter zu machen. Man werde das Thema ausführlich intern besprechen. Schaffers machte aber auch deutlich, dass er von den anderen Fraktionen enttäuscht ist. Bislang sei es übliche Praxis gewesen, dass man den Kandidaten der Mehrheitspartei akzeptiere. Entweder stimme man für den Kandidaten oder enthalte sich. Gegenstimmen seien eigentlich tabu. Das sei Konsens gewesen. "Auch wir haben uns immer daran gehalten", sagt Schaffers.

Er habe im Vorfeld mit den anderen Fraktionsvorsitzenden telefoniert und klar gemacht, dass die CDU am Kandidaten Kamps festhalte. Von den anderen Parteien habe es geheißen, das werde schwierig. Konkrete Begründungen dafür habe es nicht gegeben. Hier sei nicht mit offenem Visier gekämpft worden, kritisiert Schaffers alle, die gegen Kamps gestimmt haben. Die Kritik beziehe er auch auf die CDU-Leute. Für ihn ist jetzt erst einmal wichtig, auch in der Fraktionsarbeit nach vorne zu schauen. "Ich bin sicher, dass wir intern eine sachliche Zusammenarbeit hinkriegen." Er werde das Thema aber auf jeden Fall auch noch mit den Vorsitzenden der anderen Fraktionen bei passender Gelegenheit ansprechen.

Ganz klar ist aber auch, dass es erst einmal keinen neuen Kandidaten geben wird. "Wir haben deutlich signalisiert, erst einmal keinen neuen zu nominieren", sagt Schaffers. Das werde sicher noch Monate dauern. Bürgermeister Dominik Pichler hatte gegenüber der RP geäußert, er hoffe, dass es einen neuen ersten stellvertretenden Bürgermeister bis zum Sommer gibt. Aus Sicht des Verwaltungschefs ist es wichtig, wegen der Vielfalt an Terminen drei Stellvertreter zu haben.

Quelle: RP
 
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