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Kevelaer
Paul Schaffers stellte die Vertrauensfrage

Kevelaer: Paul Schaffers stellte die Vertrauensfrage
Paul Schaffers: "So etwas wird nie wieder vorkommen." FOTO: Seybert Gerhard
Kevelaer. Nach dem Eklat um die gescheiterte Wahl von Michael Kamps zum stellvertretenden Bürgermeister hat die CDU intern deutlich über das Thema gesprochen. Die Sache sei erledigt. So etwas werde es nicht mehr geben, heißt es. Von Sebastian Latzel

Es wird erst einmal keinen neuen Kandidaten für das Amt des ersten stellvertretenden Bürgermeisters geben. Darauf hat sich jetzt die CDU-Fraktion verständigt. Wie berichtet, war der CDU-Kandidat Michael Kamps auch mit Stimmen der eigenen Fraktion abgelehnt worden. Ein bislang einmaliger Vorgang im Kevelaerer Rat.

Ein Vorgang, der auch Anlass für eine Versammlung war, in der die CDU sich intern über das weitere Vorgehen austauschte. "Es war eine offene und ehrliche Aussprache. Wir waren uns einig, auf sachlicher Basis weiterzuarbeiten", sagt Paul Schaffers.

Der CDU-Fraktions-Chef stellte in der Versammlung auch die Vertrauensfrage. "Ich habe gefragt, ob alle noch hinter mir stehen - und die gesamte Fraktion hat mir den Rücken gestärkt, weiterzumachen." Auch der Fraktionsvorstand mit Mario Maaßen, Jürgen Aben, Martin Brandts, Hubert von Meegen und Jutta Bückendorf sei nicht in Frage gestellt worden.

Klar sei jetzt, dass die CDU erst einmal keinen neuen Kandidaten benennen werde. Und es sei offen, ob es überhaupt noch dazu komme. "Die anderen Parteien haben den Konsens gebrochen, nicht gegen den Vorschlag der Mehrheitsfraktion zu stimmen. Jetzt muss jeder Kandidat damit rechnen, dass es eine Diskussion über seine Person gibt", sagt Schaffers. Dass die anderen Parteien diesen Konsens gebrochen haben, könne er immer noch nicht nachvollziehen.

Klar sei er enttäuscht, dass auch Mitglieder aus den eigenen Reihen gegen Kamps gestimmt haben. Das sei an dem Abend ebenfalls offen angesprochen worden. "Ich hätte von unseren Leuten erwartet, dass sie mir zumindest im Vorfeld ein Signal geben, dass sie unseren Kandidaten nicht unterstützen." Gerade das habe ihn enttäuscht. Denn der Vorteil der CDU sei immer gewesen, dass die Leute wussten, dass die Fraktion geschlossen hinter ihrem Vorsitzenden steht. Eben das sei angegriffen worden. Schaffers ist nach der Aussprache aber sicher: "So etwas wird nie wieder vorkommen."

Die Befürchtung von Bürgermeister Dominik Pichler, die CDU könne sich jetzt selbst zerfleischen, sei unbegründet. Die Sache sei geklärt und erledigt. "Die CDU wird ein zuverlässiger Partner in sachlichen Fragen sein, wir werden die wichtigen Entscheidungen für die Stadt mit Einigkeit begleiten", sagt Schaffers.

Wie es jetzt beim Amt des ersten stellvertretenden Bürgermeisters weitergeht, ist jetzt erst einmal offen. Schaffers sieht hier durchaus auch die anderen Parteien am Zug. Schließlich sei immer wieder die Arbeitsbelastung der beiden amtierenden stellvertretenden Bürgermeister beklagt worden. Mit der Ablehnung des Kandidaten Michael Kamps sei jetzt niemandem geholfen. Das Problem sei genauso groß wie vorher.

Schaffers machte auch noch einmal deutlich, dass der Vorgang Michael Kamps tief getroffen habe. "Rein menschlich war die ganze Sache nicht richtig, noch deutlicher möchte ich nicht werden", sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende. Eine mehr als klare Kritik am Verhalten aller Politiker, die gegen den ungeschriebenen Grundsatz verstießen, einen Kandidaten nicht durchfallen zu lassen.

Quelle: RP
 
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