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Weeze
Peter Herde ist von Beruf "Blitzableiter"

Weeze. Der Sommer kommt aktuell mit reichlich Regen und Unwettern daher. Das ruft Peter Herde auf den Plan: Er ist Fachmann für die Installation und Prüfung von Blitzschutzanlagen. Der Weezer warnt vor unsachgemäßer Montage. Von Marco Büren

Viele Menschen fürchten sich vor Gewittern. Es gibt aber auch diejenigen, die sich über diese Naturgewalt freuen. Peter Herde aus Weeze bekommt, wenn es blitzt und donnert, regelrecht leuchtende Augen. Was nicht weiter verwundert, denn er ist Fachmann für Blitzschutz.

Die Installation und Prüfung von Anlagen, die der Volksmund Blitzableiter nennt, ist Peter Herdes Fachgebiet. Und gerade dann, wenn die Wetterberichte vor Unwetter warnen und dunkle Wolken übers Land gezogen sind, wird seine Arbeit besonders nachgefragt.

"Im Sommer erhalte ich vermehrt Anfragen von Hausbesitzern, was der Blitzschutz für ein Gebäude kostet. Nach den Pfingsttagen habe ich sehr viele Leute am Telefon gehabt, die sich gerne vor Gewitter schützen wollen."

Nicht jeder, so Herde, würde nach der Anfrage auch wirklich den Experten zur Montage nach Hause holen, aber, so der Fachmann: "Ich habe das Gefühl, dass Blitzschutz immer stärker nachgefragt wird." Das habe auch damit zu tun, dass die Gewitter in Deutschland in der Wahrnehmung immer stärker und heftiger werden - und auch die Zahl der Gewitter im Winter zunehme.

Das Aufkommen von Gewittern in Deutschland lässt sich auch in Zahlen ausdrücken. Rund 24 Einschläge pro zehn Quadratkilometer habe es in der ersten Jahreshälfte 2014 bereits gegeben, erklärt Herde. Zum Vergleich: Das Gebiet der Gemeinde Weeze ist fast 80 Quadratkilometer groß. Lohnt sich da für jedes Haus ein Blitzableiter? Der Experte meint: "Wenn ein Haus weder allein auf dem Feld liegt, noch in irgendeiner Form aus einer Häuserzeile herausragt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dort ein Blitz einschlägt, gering. Aber dennoch kann diese enorme Energie theoretisch in jedes Gebäude eindringen." Private Haushalte würden vor allem dann nach einem Blitzschutz fragen, wenn sich auf dem Dach eines Gebäudes etwa Solarzellen befänden. "Dann", so "Herde, ist eine Blitzschutzanlage wirklich ratsam. Aber sie sollte in jedem Fall so konstruiert sein, dass sie bei der Hochspannung eines Blitzes nicht doch die Kollektoren zerstört."

Unsachgemäße Montagen von Blitzableitern können mehr Schaden anrichten, als sie nutzen. "Ich rate dringend jedem davon ab, einen Blitzableiter selber konstruieren zu wollen, auch wenn man Elektriker ist", warnt Herde. Nicht von ungefähr müssen Blitzschutz-Experten ihre Kenntnisse mit einem Zertifikat nachweisen. Peter Herde: "Blitzschutz ist ein Teil der Brandschutzverordnung. Da ist Kompetenz wichtig."

An öffentlichen Gebäuden muss eine Blitzschutz-Anlage vorhanden sein. An Krankenhäusern beispielsweise muss das Netz der Edelstahl-Drähte auf dem Dach noch dichter sein als das gesetzliche Minimum. Für einen Privathaushalt rät Herde, alle 15 Meter einen leitenden Draht abzuspannen. "Weniger geht auch, aber dann übernimmt kein Fachmann mehr die Garantie, dass der Blitz nicht fehlgeleitet wird."

Dies kann verheerende Folgen haben. Wie auch ohne Blitzschutz kann ein Haus dann aussehen wie nach einem Bombenanschlag. Im weniger schlimmen Fall kann ein Haus aber auch unbewohnbar werden, weil sich die enormen Kräfte des Blitzes im Haus entladen und die Statik darauf nicht ausgelegt ist - ganz zu schweigen von Leitungen und Geräten, die auch bei einem Überspannungsschutz in Mitleidenschaft gezogen werden.

Quelle: RP
 
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