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Kevelaer
Pioniere des Karnevals in Kevelaer

Kevelaer: Pioniere des Karnevals in Kevelaer
Knapp 50 Jahre liegen zwischen den beiden Bildern. Oben die Herren, die den Karnevals-Club Kevelaer aus der Taufe hoben, unten ein aktuelles Foto, das zeigt, dass der Spaß am Karneval auch nach so vielen Jahren noch immer erhalten geblieben ist. FOTO: privat / Seybert
Kevelaer. Seit 50 Jahren schon begleiten die emsigen Narren des Karnevals-Clubs die jecken Geschehnisse in der Marienstadt. Sie waren es, die das närrische Treiben etablierten. Zeit, Bilanz über ein halbes Jahrhundert zu ziehen. Von Christoph Kellerbach

Sie waren die Pioniere des närrischen Lebens im Ort. Sie sorgten dafür, dass die jecke Zeit in der Marienstadt zu einer festen Größe wurde. Sie sind der Karnevals-Club Kevelaer. "Doch wir haben gar nicht angefangen damit, das war der Lehrer Philipp Bergmann. Der ist 1966 mit ein paar Schülern durch die Straßen gezogen", erinnerte sich Mitglied Karl Bay, der gemeinsam mit den anderen Clubveteranen am Freitagmorgen um 11.11 Uhr zusammensaß, um auf den Start der neuen Session ein Bierchen zu trinken. "Damals, 1966, zogen dann noch ein paar andere Leute mit. Drei davon in Schlafanzügen, diese drei waren Ferdi van Ditzhuyzen, Theo van de Kamp und Appa Aengenheyster. Danach ging es in die Kneipe und es wurde direkt der Club gegründet. Wir waren damals alle so zwischen 25 und 30 Jahren alt."

Am 21. Februar 1966 fiel so der Startschuss für das karnevalistische Leben Kevelaers. "Damals gab es nur in Goch und Straelen so einen Zug. Das war aber nicht so gut, denn wir konnten dann ja nicht mit dem Auto da hin und einen trinken", führte Ferdi van Dutzhuyzen aus. "Die Idee war dann: Weißte watt? Nächstes Jahr ziehen wir alle mit! Und so war es dann auch!"

"1967 hatten wir zwei Wagen und vier Fußgruppen", erklärt Karl Bay und Ferdi van Ditzhuyzen erzählt weiter: "1968 hatten wir bereits acht Wagen und vier Fußgruppen und 1969 bereits 24 Wagen und zehn Fußgruppen. Das ging alles sehr schnell!"

Am 18. November wurde schließlich der "Verein zur Förderung des Rosenmontagszuges Blau-Gold" in Kevelaer gegründet. "Dem haben wir uns von da an immer angeschlossen", so Bay. "Unser Grund dafür, nie ein Verein zu werden, hatte auch mit der Versicherung zu tun, denn wir hätten sonst haften müssen, falls was passiert wäre."

Der Karnevals-Club Kevelaer war auch als reiner Männerclub konzipiert. "Das war damals Tradition. Die Frauen waren derweil gemeinsam in ihrem eigenen Kegelclub". Zusätzlich fielen Mitglied Richard Opwis die vielen Aktionen ein, die der Club über die Jahre machte: "Wir fahren jedes Jahr zur Herrensitzung nach Köln. Früher fuhren wir auch mit einer Übernachtung, aber jetzt nicht mehr." Mac Woischny von den Karnevalisten erinnerte sich zudem daran, "wie wir immer die Wagen gebaut haben. Von Silvester an und dann manchmal sogar draußen." Karl Bay fügte lachend hinzu: "Ja, und um 12 Uhr gab es dann immer Erbsensuppe." Die immer noch munteren Karnevalisten waren während ihrer närrischen Clubzeiten in Prag, auf Mallorca und beim Oktoberfest in München. "Damals hab ich ein Schild auf ein Bettlaken gemalt: 'München grüßt den KCK. 'Was ist das?' hat da eine Frau gefragt und ...", auf Karl Bays Satz antwortete Ferdi van Ditzhuyzen lachend: "Und jemand sagt: 'Das ist ein Eishockeyclub!', weil wir anscheinend für die danach aussahen."

Die Kameradschaft und gute Laune waren ganz deutlich spürbar beim Treffen der Clubmitglieder, die nun seit einem halben Jahrhundert den klassischen Karneval in Kevelaer feiern. "Wir waren immer so um die 20 Leute im Verein. 1967 waren es 23, heute sind es 19. Das ist auch das angenehmste. So bleibt es alles privater", fand Ferdi. Doch warum all das Feiern? Was ist es, das sie an Karneval so begeistert? Darauf hatte Richard Opwis eine Antwort: "Es ist ganz einfach diese ausgelassene Fröhlichkeit, die Gemeinschaft. Das ist toll."

Quelle: RP
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