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Weeze
Polizei probt Auslandseinsatz am Airport

Weeze: Polizei probt Auslandseinsatz am Airport
Internationale Polizeikooperation am Airport Weeze: Einsatzkräfte aus verschiedenen Nationen versuchen gemeinsam einen gespielten Konflikt mit ausländischer Bevölkerung zu schlichten. Studenten dienten dabei als Komparsen. FOTO: PRIVAT/EVA KLIJN
Weeze. Beamte aus mehr als 30 Nationen nehmen an einer Großübung auf der Training-Base teil. Es geht darum Konflikte friedlich zu lösen. Mit Gesprächen. Von Sebastian Latzel

Dass es keine Übung wie jede andere war, zeigt schon die Reaktion in der Öffentlichkeit. Als zahlreiche Streifenwagen und Mannschaftstransporter der Polizei Richtung Airport fahren, machen in den sozialen Netzwerken schon Spekulationen über einen möglichen Großeinsatz die Runde. Doch die Polizeikräfte waren und sind nur unterwegs, um eben jenen Ernstfall zu proben.

Unter niederländischer Führung üben rund 500 Personen an mehreren Tagen auf der Training-Base. "Lowlands Grenade" heißt die Aktion, deren Hintergrund aktueller kaum sein konnte. Denn während das Bundeskabinett gerade die Erweiterung des Bundeswehrmandats in Mali verabschiedet hat, trainieren die Beamten am Airport ganz konkret, wie internationale Polizei in diesem Land tätig werden könnte. "Im Fokus steht dabei die Ausbildung der Polizeikräfte im jeweiligen Einsatzland", erläutert Dennis Muller, Sprecher der niederländischen Militärpolizei (Koninklijke Marechaussee), die die Übung organisiert hat. Ganz praktisch soll unter möglichst realistischen Bedingungen trainiert werden, wie Polizeikräften in Krisenländern konkrete Hilfestellungen von ausländischen Kollegen gegeben werden können. Für das Szenario sind Studenten angeworben worden, die die einheimische Bevölkerung darstellen. Sie spielen Journalisten, Familienmitglieder, Angestellte - alles Personen, die im fiktiven Dorf "Transfalia" leben und arbeiten. Der Ort wird von verfeindeten Familienclans beherrscht und die Polizei soll dort für Ordnung sorgen. Dabei haben die Polizisten mit Drogendealern, Bankraub, Bränden oder Kidnapping zu kämpfen.

Zu Beginn der zweiwöchigen Großübung lernten die Polizisten das richtige Verhalten in den jeweiligen Situationen - um dieses dann in der inszenierten Trainingseinheit anzuwenden. Dieser praktische Teil läuft über 72 Stunden und simuliert für die Einsatzkräfte eine Situation unter realistischen Bedingungen. Die Beamten arbeiten in Schichten, organisieren ihre Arbeit und kümmern sich darum, dass Kirche, Supermarkt, Fabriken oder Schule in "Transfalia" sicher sind.

Auch gemeinsame Spurensuche stand auf dem Programm. FOTO: Eva Klijn

Die meisten Beamten stammen aus der EU, aber es sind auch Gäste aus Kamerun, Ruanda und den USA gekommen, um praktische Erfahrungen für den Einsatz zu sammeln. "Wichtiger Ansatz war, zu zeigen, dass Konflikte durch Gespräche gelöst werden sollen", sagt Muller. Noch steht die Bilanz der Großübung aus. Eine ähnliche Aktion vor zwei Jahren sei aber sehr erfolgreich gelaufen, so Muller. "Wir Polizisten lernen bei solchen Terminen viel voneinander", ist er sicher.

Quelle: RP
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