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Kevelaer
Punktlandung bei Kindergartenzahlen

Kevelaer: Punktlandung bei Kindergartenzahlen
Viel Spaß in den neuen Räumen: Die Knirpse sind gerade in den neuen Lebenshilfe-Kindergarten "Wiesenzauber" eingezogen. Auch durch die neue Einrichtung, die Simone Wäger leitet, hat sich die Situation entspannt. FOTO: Seybert
Kevelaer. Mit der neuen Lebenshilfe-Kita "Wiesenzauber" ist es der Verwaltung gelungen, für alle Knirpse ein Angebot in einer Einrichtung machen zu können. Die Zahlen zeigen, dass Kevelaer junge Familien anzieht - trotz hoher Gebühren. Von Sebastian Latzel

Es war vermutlich ein Bericht, den sich Friedhelm van Gemmeren gewünscht hat. Denn der Abteilungsleiter der Jugendamtsverwaltung stellte im Fachausschuss zum letzten Mal die Kindergarten-Statistik vor, bevor er in den Ruhestand geht. Das kann er beruhigt tun, denn: "Die Situation im Kindergartenbereich hat sich sehr entspannt", sagt van Gemmeren. "Das liegt vor allem am Bau des neuen Lebenshilfe-Kindergartens."

Die Einrichtung, die bislang provisorisch im ehemaligen Jugendzentrum Kompass untergebracht war, ist seit fast drei Wochen jetzt in den neuen Räume an der Twistedener Straße. "Wiesenzauber" heißt der Kindergarten, in dem im Moment 58 Kinder in drei Gruppen betreut werden. Im Sommer kommt dann sogar noch eine Gruppe hinzu.

Wie wichtig dieser Neubau gewesen sei, zeige ein Blick auf die Statistik. Insbesondere durch den Zuzug von jungen Familien und durch Kinder von Flüchtlingen gebe es auf Dauer einen hohen Bedarf an Plätzen. Während andere Kommunen Gruppen schließen, gibt es in Kevelaer die Entwicklung, dass sogar ein neuer Kindergarten gebaut wurde. Van Gemmeren geht auch davon aus, dass für die nächsten beiden Kindergarten-Jahre wieder ein Platzbedarf von 100 Prozent besteht. Im Klartext: Alle Plätze werden belegt sein. "Wir haben hier eine Punktlandung hingelegt. Diese Auflistung zeigt deutlich, dass die Entscheidung für einen Neubau goldrichtig gewesen ist", meint Martin Brandts (CDU). Für Sozialdezernent Marc Buchholz ist die Entwicklung der Zahlen auch ein Beleg dafür, dass Kevelaer weiter Zuzugsgebiet ist. "Und nicht nur für Senioren. Auch für junge Familien sind wir attraktiv trotz der hohen Kindergartenbeiträge." Für Kevelaer sprächen eben auch die vielen Angebote wie Schulen oder reges Vereins- und Kulturleben.

Die Situation stellt sich in den Bezirken wie folgt da: Kevelaer Mitte: Hier zeichnet sich rechnerisch ein Überhang von 29 Plätzen ab. Allerdings ist davon auszugehen, dass auch Eltern aus den Ortschaften ihre Kinder in Kevelaer Mitte anmelden. Wegen der großen Nachfrage ist davon auszugehen, das nicht alle Kinder einen Platz in der Wunscheinrichtung bekommen. Twisteden: In dem Ort ergibt sich im Vergleich zum aktuellen Kindergartenjahr eine Unterversorgung von 16 Kindern. Das könne durch sechs Überhangplätze und Plätze in Kevelaer Mitte ausgeglichen werden. Wetten: Hier besteht eine Unterversorgung von 22 Kindern. Auch hier sollen alle Kinder durch Überhangplätze in Twisteden oder Plätze in Kevelaer Mitte versorgt werden. Winnekendonk: Die Verantwortlichen gehen sogar von 24 Kindern aus, für die eine Lösung gesucht werden muss. Auch in Winnekendonk wird es daher sechs Überhangplätze geben sowie Plätze in einer Einrichtung in Kevelaer Mitte. Kervenheim: Hier sind nach der Statistik nur sechs Kinder unversorgt. Für sie wird es vier Überhangplätze geben, zwei Kinder können zudem nach Kevelaer Mitte gehen.

Insgesamt gibt es einen Bedarf von 819 Kindergartenplätzen, zur Verfügung stehen 780 Plätze. Der zusätzliche Bedarf soll einmal durch einen möglichen Überhang (zusätzliche Plätze in den Einrichtungen), durch Kindertagespflege oder die Spielgruppe "Vergissmeinnicht" gedeckt werden. Diese Spielgruppe hat sich bewährt und wird daher auch fortgeführt.

Bei den Unter-Dreijährigen erreicht Kevelaer einen Versorgungsgrad von 30,06 Prozent. Für 469 Kinder gibt es 141 Plätze. Da auch Kindertagespflege einbezogen werden könne (Tagesmütter), ergebe sich eine ausreichende Situation, so van Gemmeren.

Denn längst nicht alle Eltern wollen ihre Zweijährigen bereits in den Kindergarten schicken. Hier gelte es in den kommenden Jahren genau zu beobachten, wie die Eltern mit dem Rechtsanspruch auf einen Platz umgehen.

Quelle: RP
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