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Rp-Serie Der Weg Zur Passenden Grundschule
Qual der freien Wahl für Alisons Eltern

Kevelaer. Die Fünfjährige aus Kevelaer genießt noch den Kindergarten. Ihre Mutter und ihr Vater aber machen sich schon Gedanken über den Sommer. Von Thomas Binn

Kevelaer Alison Hürsing hat derzeit noch ganz andere Probleme, als sich um ihre zukünftige Grundschule zu sorgen. Zum Beispiel, mit wem sie nach der Frühstückspause in die Spieleecke geht und ob heute wieder Vorschularbeit ansteht. Die Fünfjährige besucht derzeit noch die "Marienkäfer"-Kindertagesstätte in Schravelen.

Das wird sich aber demnächst ändern, denn nach den Sommerferien im nächsten Jahr wird das Mädchen eingeschult. Für ihre Eltern bedeutet das, sich nun Gedanken über die zukünftige Schule zu machen. Die Anmeldefrist läuft bis Anfang November. Bis dahin muss klar sein, wohin Alison gehen wird.

Vater Michael erzählt, dass er bei der Wahl auch auf die Tochter hören wolle. Nach den Herbstferien werden sich Eltern und Kinder einige Schulen anschauen, um herauszufinden, welche Einrichtung am besten passt. Vanessa Hürsing meint, dass es ihr schon schwer falle, da die richtige Wahl zu treffen. "Ich bin halt sehr vorsichtig. Alison ist unser erstes Kind, und man hat von daher noch nicht so viel Erfahrung."

Viele Kevelaerer Familien befinden sich in der Situation wie Alison und ihre Eltern. Die Grundschul-Landschaft in Kevelaer ist sehr vielfältig. Das Spektrum reicht von sehr kleinen einzügigen Systemen, wie es sie in Wetten oder Kevenheim gibt, bis hin zur großen fünfzügigen St.-Antonius-Grundschule an der Biegstraße in Kevelaer.

Diesbezüglich stellen sich den Eltern eine Reihe von Fragen. Erreicht mein Kind die Schule auch alleine mit dem Fahrrad, gibt es Klassen mit inklusivem Ansatz, wie groß ist der offene Ganztag, und gibt es Themen-Schwerpunkte oder Arbeitsgemeinschaften (AG), die auf die Fähigkeiten des Kindes passen?

Diese Qual der freien Wahl gab es in der Vergangenheit nicht immer. Bis zum Jahr 2008 waren die Städte und Gemeinden in feste und verbindliche Bezirke eingeteilt. Das war für die Schulen einfacher, denn es war klar, wie viele Kinder aus ihrem Einzugsgebiet zukünftig kommen werden. Mit der Einführung der freien Schulwahl jedoch sieht sich die jeweilige Bildungseinrichtung nun einem Wettbewerb ausgesetzt.

Das bringt Vor- und Nachteile. Wenn sich zum Beispiel Eltern aus Kervenheim dazu entschließen, ihre Kinder nicht ortsnah, sondern weiter entfernt unterrichten zu lassen, ist das kleine System darauf angewiesen, dass sich auch Kinder aus anderen Schulbezirken anmelden, ansonsten kommen vielleicht die nötigen Mindestzahlen nicht zusammen, um eine neue Klasse bilden zu können.

Alison ist das egal. Sie freut sich auf die Schule und wird sich in den kommenden Tagen die eine oder andere Grundschule anschauen. Wenn sie dann sagt: "Hier finde ich es schön", ist die Entscheidung gefallen.

Quelle: RP
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