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Kevelaer
Rätselraten um den Hüls-Bauantrag

Kevelaer. Hat das Unternehmen Soleo den Bauantrag gestellt oder nicht? Das ist die Frage, die sich gerade alle Verantwortlichen rund um den geplanten Sole- und Pilgerpark auf der Hüls in Kevelaer stellen. Der Vertrag sah eine Frist bis zum heutigen 12. Mai vor. Von Sebastian Latzel

Der konkretisierte Antrag zum Sole- und Pilgerpark war fristgerecht zum 3. Mai bei der Bezirksregierung eingereicht worden. Damit hatte die Stadt die Unterlagen ergänzt und unter anderem auch die zu erwartenden Folgekosten des Projekts aufgenommen.

Ein zweites, nicht ganz unwichtiges Datum zur Hüls steht heute an. Denn bis zum 12. Mai soll das Unternehmen Soleo laut Vertrag den Bauantrag für das Ärztezentrum einreichen. Dass das tatsächlich erfolgt ist, scheint eher unwahrscheinlich zu sein. Im nichtöffentlichen Teil des Haupt- und Finanzausschusses hatte Bürgermeister Dominik Pichler über das Thema informiert. Gestern sagte er nicht konkret, ob der Antrag vorliegt, machte aber deutlich, dass es noch keine direkten Folgen hat, wenn der Antrag eben nicht fristgerecht eingegangen ist.

"Mit dem Verstreichen der Frist bekommt die Stadt Kevelaer lediglich die Möglichkeit, von ihrer Seite aus den Vertrag mit Soleo aufzulösen", erläutert Pichler. Das müsse aber auf keinen Fall die sofortige Folge sein. Solange Kevelaer nichts unternehme, habe das Unternehmen Zeit, weiter einen Antrag einzureichen. Wie berichtet, hatte die Verwaltung im Zuge des Förderantrags auch eine zweite Variante aufgenommen. Beim sogenannten Plan B würde das Ärztehaus nicht direkt im eigentlichen Sole- und Pilgerpark gebaut, sondern auf der anderen Seite des Hoogemittagsweges. Pichler betonte gestern noch einmal, dass dieser Plan B aktuell kein Thema sei. "Er ist nur als Variante aufgenommen worden, um eventuell umplanen zu können, ohne dabei die Fördermittel zu gefährden." Aber so lange sich die politischen Gremien nicht mit Plan B beschäftigen, gebe es auch keinen Plan B.

Um diese Variante überhaupt auf den Weg zu bringen, seien vorher eine Reihe von Entscheidungen nötig: Einmal müsse der Rat beschließen, den Vertrag mit Soleo aufzukündigen. Dann müsse es noch die Entscheidung geben, mit dem Ärztezentrum auf die andere Straßenseite zu gehen. Aber von solchen Entscheidungen sei man derzeit noch weit entfernt. Ohnehin müssten die politischen Gremien auch erst einmal den Beschluss fassen, vom Vertrag zurückzutreten, falls kein Bauantrag vorliegt.

Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns stellte gestern klar, dass die Kommune an dem Projekt festhalte und vom Erfolg überzeugt sei. Das Gesundheitszentrum sei wichtig für die ambulante Versorgung in Kevelaer. Mit der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft habe man einen starken Partner, der großes Interesse an dem Gesundheitszentrum habe. Soleo sei der zweite wichtige Partner, auf den setze die Stadt auch weiterhin. Von Seiten von Soleo ließ ein Vertreter der Geschäftsleitung gestern schriftlich mitteilen: "Wir bestätigen die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und wir werden auch weiterhin an dem Projekt festhalten."

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