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Kevelaer
Rasern mit neuer Technik auf der Spur

Kevelaer: Rasern mit neuer Technik auf der Spur
FOTO: van Offern Markus
Kevelaer. Der erste "Blitzer" der neuen Generation steht in Kervenheim, der nächste wird in Straelen installiert. Von Sebastian Latzel

Bis vor ein paar Jahren wurden Autofahrer im Kreis Kleve nicht gerade freundlich begrüßt: "Vorsicht Radaranlagen" stand auf den Schildern an der Kreisgrenze. Inzwischen sind die Tafeln verschwunden und durch freundlich winkende Kinder ersetzt worden. Geblieben sind allerdings die Blitzanlagen. 13 Starenkästen gibt es im Kreis, die klobigen grauen Kästen gehören zum Straßenbild dazu. Doch die Anlagen auf den Pfosten werden in den kommenden Jahren verschwinden. Denn sie sind längst überholt, es gibt neue Technik. Die wird erstmals auf der Schloß Wissener Straße in Kervenheim in der Nähe der Autobahnauffahrt Uedem eingesetzt. Der neue Blitzautomat ist funkelnagelneu, silbern, steht auf dem Boden, ist etwa 1,50 Meter hoch und hat jetzt einen Glasschlitz statt des bekannten Kameraauges der alten Anlagen.

"Die Anlage in Kervenheim ist die erste mit der neuen Technik", erläutert Elke Sanders, Sprecherin des Kreises Kleve. Die bisherige Technik setzt auf Induktionsschleifen in der Fahrbahn. Fährt ein Auto zu schnell über diesen Bereich, wird über einen Kontakt auf der Straße die Kamera ausgelöst, das Foto geschossen. Das neue Gerät setzt dagegen auf die Technik, die bereits jetzt bei mobilen Messanlagen eingesetzt wird. Die Geschwindigkeit wird per Laserstrahl gemessen. Ist jemand zu schnell, wird die Kamera ausgelöst.

Auf Höhe der Ortseinfahrt Kervenheim steht der neue "Blitzer", der die Geschwindigkeit mittels Laserstrahl ermittelt. FOTO: Markus van Offern (2), Archiv (Moll)

Auf Dauer will der Kreis komplett auf diese Technik setzen. Nach und nach sollen die Anlagen abgebaut werden. In der kommenden Woche wird schon einmal der zweite neue Starenkasten montiert. Er wird an der B221 in Straelen-Herongen aufgebaut. Danach ist erst einmal Schluss. Wann weitere Anlagen ausgetauscht werden, hänge von der Haushaltslage ab, so der Kreis Kleve. Denn die neuen Geräte sind nicht ganz billig. Immerhin 50.000 Euro kostet der Blitzautomat in Kervenheim. Sorgen wegen Vandalismus hat der Kreis Kleve nicht. "Bei solchen Anlagen sind bislang vermehrte Schäden nicht bekannt", sagt Elke Sanders. Dabei sind die neuen Geräte für potenzielle Vandalen eigentlich viel besser zu erreichen, weil sie auf dem Boden stehen. Und mancher Temposünder hat in der Vergangenheit ja nicht davor zurückgeschreckt, sogar mit der Leiter zur Kamera auf den Pfosten zu steigen und diese zu demolieren oder die Linse mit Farbe zu besprühen.

Durch die Blitzanlagen kommt auch einiges Geld in die Kreiskasse. Rund 3,34 Millionen Euro sind 2015 durch Geschwindigkeitskontrollen eingenommen worden. In diesem Betrag sind allerdings auch die Einnahmen durch die beiden Fahrzeuge des Kreises enthalten, die mobil das Tempo messen. Als Ausgaben müssen 830.000 Euro für Wartung und Personal dagegen gerechnet werden. "Es geht uns bei den Blitzanlagen auch nicht in erster Linie um die Einnahmen, sondern darum, die Verkehrssicherheit zu erhöhen", sagt Elke Sanders. Daher stehen die Anlagen an Unfallhäufungsstellen. Die in Kervenheim etwa seit 1999. "Die Standorte werden mit uns abgestimmt", sagt Polizeisprecher Achim Jaspers.

Quelle: RP
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