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Kevelaer
Rat will mit Resolution Druck machen

Kevelaer: Rat will mit Resolution Druck machen
FOTO: Latzel
Kevelaer. Nach der Ankündigung der Bezirksregierung, dass die Genehmigung für die Ortsumgehung (OW 1) wieder um ein Jahr verschoben wird, reißt in Kevelaer der Geduldsfaden. Die Politiker haben daher eine Stellungnahme verfasst. Von Sebastian Latzel

In Sachen "Ortsumgehung von Kevelaer zur Autobahn bei Sonsbeck (OW1)" ist jetzt auch bei den Parteien der Geduldsfaden gerissen. Nachdem die Genehmigung, wie berichtet, um mindestens ein Jahr verschoben ist, will der Rat mit einer Resolution Druck bei den Behörden machen.

CDU-Fraktions-Chef Paul Schaffers fand dazu vor einiger Zeit in der Sitzung klare Worte: "Die Verschiebung ist ein schwerer Rückschlag. In den handelnden Behörden geht Ideologie offenbar vor Handeln", sagte er. Im März 2016 habe es geheißen, dass alle Untersuchungen abgeschlossen seien. Doch die Genehmigung sei immer wieder verschoben worden. "Das wirkt so, als wenn das gar nicht gewollt ist. Vielleicht kennt man uns in Düsseldorf ja nicht trotz 1,5 Millionen Besuchern im Jahr", meinte er ironisch. Die Resolution solle daher nicht nur an den Verkehrsminister, sondern auch an die Bezirksregierung geschickt werden. Dadurch solle dafür gesorgt werden, dass es in Düsseldorf beim Stichwort "Kevelaer" nicht nur mehr heiße "Ach, das ist doch da, wo auch Parookaville ist". Schaffers sagte: "Ich erwarte, dass wir so viel Druck machen, dass die Genehmigung Ende 2018 vorliegt."

Im Grundsatz stimmten alle Fraktionen mit der Resolution überein, die Grünen verweigerten allerdings wegen der Wortwahl in dem Text ihre Unterstützung. "Mir tun die leid, die das verfasst haben. Sie haben offenbar kein Vertrauen zum Land oder keine Connection nach Düsseldorf", sagte Grünen-Fraktionssprecher Wolfgang Röhr. Er kritisierte vor allem, dass der Biber als möglicher Verzögerungsgrund im Resolutions-Text vorkomme. "Warum muss der da rein? Haben Sie vergessen, dass der Wahlkampf vorbei ist? Der Biber hat auf das Verfahren keinen Einfluss gehabt", meinte er.

Bürgermeister Dominik Pichler übte deutliche Kritik am Genehmigungsverfahren. "Wir haben es immer wieder versucht, aber es tat sich nichts. Es ist an der Zeit, deutlich zu machen, dass wir da sind. Regierungspräsidentin Anne Lütkes war sogar hier und hat gesagt, dass die Genehmigung Ende 2017 kommt. Da fühle ich mich vereimert. Ich habe keinen Bock mehr, vorgeführt zu werden, und stehe daher voll und ganz hinter dieser Resolution", sagte der Bürgermeister in der Ratssitzung. Brigitte Middeldorf (SPD) regte an, eine Delegation nach Düsseldorf zu entsenden und die Resolution zu übergeben. "Denn offenbar ist die neue Regierungspräsidentin über das Projekt nicht so gut informiert."

Derzeit ist die Verwaltung dabei, einen Termin für diese Übergabe abzustimmen. Beim Kolping-Frageabend äußerte sich Dominik Pichler am Montag vorsichtig optimistisch. "Wir haben erste Signale, dass sich bei der OW 1 etwas tun könnte. Aber ich glaube das inzwischen erst, wenn ich tatsächlich etwas in der Hand habe", sagte er.

Pichler betonte noch einmal, dass es um ein wichtiges Signal nach Düsseldorf gehe. "Diese Resolution soll zeigen: Wir wollen diese Straße."

Man rede hier über ein erhebliches Verkehrsaufkommen, das regelmäßig zum Stau vor allem auf der Rheinstraße sorge.

Quelle: RP
 
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