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Kevelaer
Schmuggel als Thema in Zeitschrift und Ausstellung

Kevelaer. Schießereien, Tote, "gute" Verbrecher. Was sich anhört wie der Beginn eines Western, war in der Grenzregion des Niederrheins im 19. Jahrhundert nichts Außergewöhnliches. Schmuggler schafften heimlich Waren über die Grenze und lieferten sich mit Grenzpolizisten Feuergefechte.

Hans-Joachim Koepp, langjähriger Stadtarchivar in der Stadt Goch, ordnet diese Ereignisse im Rahmen des 20-jährigen Bestehens des Schengener Abkommens in der historischen Zeitschrift des Heimatvereins Goch "An Niers und Kendel" ein. Derzeit findet, passend zum Thema, im Fünf-Ringe-Haus am Gocher Marktplatz eine Ausstellung statt. Bis Weihnachten ist diese jeden Samstag und Sonntag von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Die 54. Ausgabe der heimathistorischen Zeitschrift wurde von Hans-Joachim Koepp verfasst. Er beschäftigt sich mit den Anfängen des Schleichhandels im frühen 19. Jahrhundert bis hin zum erneuten Aufblühen nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Menschen am Niederrhein waren damals zum Teil auf den Schmuggel angewiesen, um überleben zu können. So kostete Fleisch in den Niederlanden um einiges weniger als in Deutschland, was vor allem die Gocher Metzger spürten. Vier Pfund pro Person galten zwar als Freimenge, brachte man jedoch mehr über die Grenze, musste man mit empfindlichen Strafen rechnen. Zwar wurde der Ausweiszwang in Grenznähe eingeführt, jedoch konnte auch diese Maßnahme den Schmuggel nicht eindämmen, und vor allem der Großviehhandel blühte auf. Den Höhepunkt der Schmugglergeschichte am Niederrhein markierten gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Grenzpolizisten und Schmugglern in den Jahren 1931/32. Mit Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte der Schmuggel nochmals einen Höhepunkt, jedoch wirkten die Alliierten mit harten Strafen entgegen. Die 90er Jahre läuteten eine Lockerung der Grenzpolitik ein. Mit der Unterzeichnung des Schengener Abkommens wurden dann jegliche Grenzen aufgelöst und somit auch das Schmugglerproblem beendet.

Das Heft kostest 2,50 Euro und ist im Buchhandel zu erwerben.

(Nan/emko)
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