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Kevelaer
Schnupperunterricht an der Dorfschule in Kervenheim

Kevelaer. Bei der St.-Norbert-Grundschule Kervenheim handelt es sich um eine inzwischen sehr seltene Gattung: die Dorfschule. Zur festen Schulgemeinschaft gehören nur rund 90 Kinder, vier Lehrer und Rektorin Ulrike Möller. Seit fünf Jahren ist die Grundschule ein Teilstandort der Overberg-Grundschule Winnekendonk. Dennoch ist es gerade diese geringe Größe, die viele Eltern anspricht und Vorteile mit sich bringt. Von Yvonne Theunissen

Im Rahmen eines Tages der offenen Tür hatten nun Kinder, die 2016 eingeschult werden, die Möglichkeit, an einem Schnupperunterricht teilzunehmen. Zwar kooperiert St. Norbert mit der Grundschule in Winnekendonk, Name und Unterrichtskonzept konnten aber erhalten bleiben. Das umfasst zum Beispiel die flexible Eingangsstufe, das heißt, dass Kinder der ersten und zweiten Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Die geringe Schüleranzahl hat weitere Vorteile: schnelle Absprachen zwischen allen Beteiligten und kurze Wege erleichtern den Alltag. Der Unterrichtsstoff wird individuell und in fast familiärer Atmosphäre an die Schüler angepasst; jeder lernt so in eigenem Tempo.

Zunächst begrüßte Lehrerin Birgit Manten die Familien: "Sie sehen hier alle Kinder, die zurzeit hier zur Schule gehen. Die passen wunderbar auf die Treppe."

Nach einer kurzen Gesangseinlage ging es in die Klassen. In der Eingangsstufe wurde Deutsch unterrichtet. Während sich die Älteren mit der Schreibschrift beschäftigten, lernten die Kleinen einen neuen Buchstaben. In der dritten Klasse wurde im Sachunterricht das Thema Getreide als Vorbereitung auf einen Mühlenbesuch besprochen, ehe es mit Geometrie weiterging. In der 4. Klasse ging es um Rechtschreibung, wobei "jeder an seinem individuellen Fehlerschwerpunkt" arbeitete. Die ganze Zeit über standen die Türen offen, um Einblick in den Unterricht zu geben.

Die Idee der Dorfschule kommt an, findet Manten: "Ich bin seit 18 Jahren hier. Mit unserem Konzept setzen wir uns von der Masse ab. Mit unserer individuellen Förderung sprechen wir viele Eltern an." Stefanie Künast vom Förderverein hatte bereits zwei Kinder in der Grundschule: "Das Miteinander ist total schön. Ich habe noch kein Kind erlebt, das hier nicht gerne zur Schule geht." Neben Kindern aus Kervenheim besuchen auch Schüler aus Uedem, Keppeln, Sonsbeck und Winnekendonk die Schule, die im "Offenen Ganztag" Betreuung bis 16 Uhr anbietet.

Quelle: RP
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