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Kevelaer
Schüler packt das "Tonnenfieber" im Bühnenhaus

Kevelaer. Die Theater-AG der sechsten Klasse des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums bot packendes Theater - trotz schlechter Akustik. Von Christoph Kellerbach

Eine mysteriöse neue Entwicklung zeichnet sich in dem Theaterstück "Das Tonnenfieber" ab: Immer mehr Kinder kriechen in Mülltonnen und machen es sich dort gemütlich, während ihre anti-autoritären Eltern es nicht schaffen, sie dort herauszukriegen. Sogar ganze Ehen zerbrechen an dem kindischen Tonnenwahn, der bald sogar noch andere Aspekte des Zusammenlebens dominiert. Im Fernsehen wird über die neuesten "Tonnentrends" berichtet, Psychiater machen regelrechte Tonnenseminare, und selbst die Lehrer stehen anscheinend vor einer unlösbaren Aufgabe und lassen die Knirpse in ihren Tonnen zum Unterricht antreten. Die Fachwelt findet für diese absurden Vorkommnisse keinerlei Erklärung, und schon bald knicken auch die Erwachsenen geistig ein und verziehen sich in ihre abgeschotteten Tonnen. Ein Ende der sozialen Tonnen-Epidemie ist nicht auszumachen.

So regelrecht apokalyptisch angehaucht war die Handlung des "Tonnenfiebers", das die Theater-AG der sechsten Klasse des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums im Bühnenhaus gezeigt hat. Die seit drei Jahren bestehende AG wird geleitet von Brigitt Coersmeier und Dr. Sebastian Soppa. Das Stück basierte dabei auf einer Geschichte von Hans-Peter Tiemann, während ebenfalls etliche Szenen von der AG selbst geschrieben worden sind.

Seit Oktober des vergangenen Jahres probte die Gruppe, und die Resultate sprechen für sich. So überzeugten die meisten Schüler auf ganzer Linie mit ihren Künsten und zeigten gar manchem Erwachsenen-Theater, wie gut man doch seine Texte und teils sogar aufwendige Choreographien auswendig lernen kann.

Dabei war der fast gänzliche Verzicht auf Mikrofone während der Aufführung mutig, wenn auch leider etwas fehlkalkuliert. Etwa zwei Drittel der Kinder hatten eine Aussprache, die klar und laut genug war für das gesamte Bühnenhaus. Doch das Problem waren die restlichen jungen Darsteller, die bereits in der Mitte des Saales kaum bis gar nicht zu verstehen waren und so manch ein stolzes Elternteil etwas ratlos zurück gelassen haben.

Selbst nach der Aufführung haben sich noch etliche Besucher gefragt, was denn da in manchen Szenen gesagt worden war. Glücklicherweise kamen dann bei einigen Momenten doch noch Mikrofone zum Einsatz, unter anderem bei den Auftritten der Gesangsklasse der Jahrgangsstufe 5, die geleitet wurde von Dr. Martin Köhler und die das Geschehen schön aufgelockert haben.

Dabei wurden die Songs eigens für diesen besonderen Abend entwickelt.

Quelle: RP
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