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Weeze
Eine digitale Schatzkarte für Weeze

Sehenswürdigkeiten von Weeze per App "Verborgene Schätze" abrufen
Das neue Projekt soll vor allem für Radler interessant sein, die damit zu bislang nicht so bekannten Orten in der Region gelotst werden. Die Informationen sollen einfach per App abrufbar sein. FOTO: Archiv / Latzel
Weeze. Die Gemeinde ist neben Uedem und Kleve beim Projekt "Verborgene Schätze" mit im Boot. In Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum sollen Touristen bald per App bequem Infos über Sehenswürdigkeiten abrufen können. Von Sebastian Latzel

Am Niederrhein gibt es einen ganzen Schatz an Naturschutzgebieten und Sehenswürdigkeiten. Doch wie bei jedem wertvollen Schatz gibt es da ein Problem: Der Ort des Verstecks muss erst einmal gefunden werden. Ein Projekt hat schon einmal eine "Schatzkarte" für die Rheinaue erstellt: "Rheinaue erleben". In Kooperation mit dem Naturschutzzentrum und gefördert vom Land wurde für Rees, Emmerich und Kalkar ein digitales Portal für diesen Bereich entwickelt. Weeze will jetzt auf diesen Zug aufspringen und macht mit beim Anschluss-Projekt: "Verborgene Schätze" - so der Arbeitstitel.

Schon bei "Rheinaue erleben" wurde und wird ein umfangreiches Netzwerk an Geschichten und Themen über mehrere Medien zur Verfügung gestellt. Das Kernstück bilden ein dreisprachiges Internetportal und die zugehörige App für Smartphones. Unter www.rheinaue-erleben.de finden die Gäste in einer interaktiven Karte Informationen zu Natur und Kultur, aber auch Gastronomievorschläge, und können sich anhand von selbst gewählten Themen individuelle Routen erstellen lassen, die man mit Hilfe der App auch auf das Smartphone übertragen kann.

Der Weezer Bürgermeister Ulrich Francken war schon früh von diesem Projekt angetan und setzte sich dafür ein, es auf weitere Kommunen im Kreis zu übertragen. Und diese Fortsetzung nimmt mit "Verborgene Schätze" offenbar konkrete Formen an.

"Wir führen Gespräche, um das System auf Kleve, Uedem und Weeze auszuweiten", erläutert Dr. Ulrich Wernecke, Geschäftsführer des Naturschutzzentrums Kreis Kleve. Bei der Kooperation soll es vor allem um das Einpflegen von digitalen Inhalten gehen. Die einzelnen Kommunen sollen selbst zusammenstellen, auf welche Sehenswürdigkeiten in ihrem Gebiet sie hinweisen wollen. "Später soll es dann möglich sein, dass jeder sich über die App seine ganz persönliche Radroute zusammenstellt und dabei dann auch zu den Sehenswürdigkeiten geleitet wird", sagt Wernecke.

"Wir wollen konkrete Dinge so schnell wie möglich in die Wege leiten", sagt Khalid Rashid vom Fremdenverkehrsamt Weeze. Ziel sei, dass die ganze Sache noch in diesem Jahr an den Start geht. Er verspricht sich eine Menge davon. "Das digitale System ist eine gute Möglichkeit, um auf unsere Sehenswürdigkeiten hier in Weeze hinzuweisen. Viele wissen ja noch nicht einmal, dass wir hier drei Schlösser haben", sagt er.

Nierswanderweg und Niers müssten auf jeden Fall aufgenommen werden, ebenso wie der Tierpark in Weeze. "Den kennen viele gar nicht, vor allem wissen sie nicht, dass der Eintritt hier kostenlos ist", sagt Rashid. Eben darauf könnte per App gezielt hingewiesen werden.

Projektträger ist das Naturschutzzentrum. Mit im Boot ist inzwischen auch die Bio-Station in Wesel, weil Interesse besteht, das Projekt auch in diese Richtung auszuweiten.

"Der Untere Niederrhein bietet eine Vielzahl ,verborgener Schätze', welche zwar in der Landschaft zu sehen sind, sich aber nicht von selbst erklären und sich so zunächst dem Verständnis der Landschaft, der Natur und ihrer Geschichte entziehen. Diese ,verborgenen Schätze' den Menschen zu zeigen, ihre Entstehung, ihre naturschutzfachliche sowie kulturhistorische Bedeutung zu erklären und diese damit möglichst barrierefrei erlebbar zu machen, ist Ziel des Projektes", heißt es wörtlich in der Projektbeschreibung.

Neben der digitalen Aufbereitung für die App sollen rund 120 Hörerlebnisse dazu beitragen. Solche Stationen gibt es ebenfalls schon bei "Rheinaue erleben". Über eine Telefonnummer können die Besucher an diesen Hörerlebnissen Informationen zu den jeweiligen Punkten abrufen, und zwar jeweils auf Deutsch und Niederländisch.

Das Projekt "Verborgene Schätze" wird vom LVR gefördert und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Die Projektkosten betragen insgesamt rund 450 000 Euro.

Quelle: RP
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