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Rp-Serie Agrobusiness Präsentiert Von Den Sparkassen In Geldern, Straelen Und Goch-Kevelaer-Weeze
Sellerie das Jahr über aus dem Kühlhaus

Kevelaer. Gartenbau und Landwirtschaft stehen im Mittelpunkt der RP-Serie, die sich mit innovativen und kreativen Unternehmen im Gelderland beschäftigt. Heute geht es um den Kengener Gemüsebetrieb Schetters, der gerade eine neue Kühlhalle gebaut hat. Von Stefan Kriegel

gelderland Landwirtschaft bedeutet nicht mehr nur, mit dem Trecker über das Feld fahren, säen und ernten. Hochmoderne Technik ist in vielen Bereichen der Landarbeit eingezogen. Ein deutliches Beispiel dafür ist der Hof von Anne und Ernst Schetters in Kengen.

Der staatlich geprüfte Landwirt betreibt bereits in vierter Generation in der Bauernschaft auf Aldekerker Gebiet den Hof. Im Jahr 2000 hat er den Betrieb von seinem Vater übernommen, wobei die Eltern immer noch aktiv mithelfen. Auch die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern. Während Tochter Annika (17) eher zum Bankgewerbe neigt, scheinen die beiden Söhne Jakob (15) und Martin (12) nicht abgeneigt zu sein, in die Fußstapfen zu treten.

"Als ich den Hof von meinem Vater übernommen habe, sah die Landwirtschaft bei uns noch ganz anders aus. Sie war geprägt von der Viehwirtschaft. Bei uns gab es Sauen, Mastschweine und Milchvieh", erinnert der 46-jährige Fachmann. Dann kam die Zeit des Umbruchs zum reinen Kartoffel- und Gemüsebetrieb. "Dazu benötigten wir natürlich auch glückliche Fügungen und das richtige Fingerspitzengefühl, damit diese gravierende Umstellung auch von Erfolg gekrönt war", blickt das Ehepaar zufrieden zurück. Dies tun sie auch mit einem Blick auf Ludger Mötter, Kundenberater der Sparkasse Krefeld.

Heute wachsen auf etwa 100 Hektar Fläche vor allem Sellerie, Rot- und Weißkohl, Möhren, Kartoffeln, Zuckerrüben und im Bedarfsfall Weizen und Mais.

Die Flächengröße könne nicht so genau beziffert werden, da beispielsweise je nach Fruchtfolge die Anbauflächen unter den Landwirten regelmäßig getauscht werden. "Außerdem legt der Kengener Landwirt auch Wert darauf, dass die Flächen nicht alle zusammenhängend liegen, da bei einem örtlichen Schadensfall, zum Beispiel Hagel, entfernte Felder nicht so stark betroffen werden", fügt Ludger Mötter noch hinzu. Die Schetters und ihre Mitarbeiter arbeiten deshalb auf Feldern in Geldern, Wachtendonk, Kamp-Lintfort und natürlich in Kengen.

Mittlerweile haben Anne und Ernst Schetters den Schwerpunkt ihres Anbaus auf Sellerie verlegt. Von anfangs 1,5 Hektar Anbaufläche bauen die Kengener derzeit bereits auf 60 bis 70 Hektar die dicken Knollen an. Vermarktet werden sie über zwei feste Partner an die Endkundschaft. Geliefert wird über diese Vertragspartner unter anderem natürlich in ganz Deutschland, die Niederlande, aber auch beispielsweise nach England oder Polen.

Immer wieder sucht der innovative Landwirt nach Neuheiten. So hat er von einer Saatgutfirma verschiedene Sellerie-Pflanzen bekommen. Für eine hat er sich dann entschieden und sich sogar für drei Jahre das Saatgut an dieser Sorte zum alleinigen Anbau gesichert.

Durch Marktbeobachtung fand das Kengener Ehepaar außerdem heraus, dass die Kunden das ganze Jahr über ihre Produkte wünschen. Die Frage war: Wie konnten die Monate überbrückt werden, in denen die verschiedenen Gemüsesorten nicht angebaut werden? Die Antwort lautete: durch ein großes Kühlhaus. So errichtete der landwirtschaftliche Unternehmer innerhalb von nur etwa einem halben Jahr ein neues Kühlhaus auf einer Fläche von etwa 1600 Quadratmetern. Das geschah natürlich mit der finanziellen Hilfe der Sparkasse Krefeld. Das Besondere an dem neuen Kühlhaus ist nicht nur die Größe, es sind auch die verschiedenen Kühlbereiche, die mit unterschiedlichen Produkten bestückt und auch variabel belüftet werden können.

Der neue Bau ist technisch so ausgebaut, dass einzelne Fehler im Kühlsystem direkt auf das Handy des Landwirts gemeldet werden. So kann sich das Ehepaar Schetters auch mal außerhalb ihres Betriebs beruhigt bewegen. "Für Menschen, die noch glauben, dass Landwirtschaft nur mit dem Trecker betrieben wird, kann ich nur sagen, dass beispielsweise sogar Unregelmäßigkeiten in der Bewässerungsanlage mir sofort gemeldet werden", fügt Ernst Schetters noch hinzu. Auch wegen der modernen Technik kommt das Kengener Unternehmen mit vier festen Mitarbeitern, einem Auszubildenden sowie im Durchschnitt vier Aushilfskräften über das Jahr aus.

In diesem Zusammenhang hebt Ernst Schetters noch hervor, dass er im richtigen Moment mit den richtigen Leuten zusammen gearbeitet habe. Dazu zählt er auch die Mitarbeiter der Sparkasse. Und ganz besonders erwähnt er die Verpächter seiner landwirtschaftlichen Flächen und seine zum Teil langjährigen Mitarbeiter.

Für die Zukunft wünscht sich das Ehepaar, den Hof vielleicht noch etwas zu vergrößern. Doch dabei ist den Schetters' bewusst, dass gerade Ackerland rar und teuer ist. Eventuell könnte auch ein zweites Standbein geschaffen werden, um beiden Söhnen eine Zukunftschance zu schaffen.

Quelle: RP
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