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Kevelaer
Spezialisten sollen Leben der Kinder retten

Kevelaer: Spezialisten sollen Leben der Kinder retten
Die beiden Schwestern des verstorbenen Mädchens werden jetzt in der Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover behandelt. FOTO: MHH
Kevelaer. Grippefall: In der Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover werden die Mädchen behandelt. Von Sebastian Latzel

Am Zustand der drei Geschwister des verstorbenen Mädchens aus dem Ferienpark in Twisteden hat sich nichts verändert. Das teilte gestern Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens auf RP-Anfrage mit. Die zwei sechs und sieben Jahre alten Schwestern wurden in die Klinik der Medinischen Hochschule Hannover (MHH) verlegt. Ihr Zustand ist weiter ernst. Besser geht es ihrem neunjährigen Bruder, der noch in der Uniklinik Essen behandelt wird. Zwei weitere Geschwister durften das Krankenhaus verlassen.

Die Schwestern wurden per Helikopter von Essen nach Hannover transportiert, weil die Klinik dort über entsprechende Geräte zur Behandlung vor allem von Kindern verfügt. Dort gibt es die größte Kinderintensivstation im deutschsprachigen Raum. Die Klinik kommt bei Spezialfällen für Kinder immer ins Spiel.

"Unseren Spezialisten stehen Behandlungsmethoden zur Verfügung, um auf das komplexe Krankheitsbild zu reagieren", erläutert Stefan Horn, Sprecher der MHH. Das 80-köpfige Stationsteam aus Ärzten, Pflegekräften, Psychologen und Seelsorgern betreut rund 1000 Kinder und Jugendliche pro Jahr. Die MHH hat vor einiger Zeit erst mehr als 800.000 Euro in die Modernisierung der Station investiert. Dabei wurden die medizinischen Geräte, vor allem das Monitoring und die Infusionstechnik, auf den neuesten Stand gebracht. Es wird wohl darum gehen, ganz spezielle Beatmungsmethoden zur Versorgung der beiden Kinder zur Verfügung zu stellen. Wie berichtet, ist die achtjährige Schwester am Sonntag gestorben. Bei ihr diagnostizierten die Ärzte eine Rhabdomyolyse, eine Krankheit, die das Muskelgewebe zersetzt. Ursache dafür waren wohl Grippeviren. Auch die Geschwister werden vermutlich an dieser Krankheit leiden. Es ist gut denkbar, dass ein angeborener Gen-Defekt den dramatischen Verlauf hervorgerufen hat.

Dieser Gendefekt sei selten, so Professor Peter Young von der Uniklinik Münster. Auf etwa 10.000 Menschen komme ein Fall. Es komme immer wieder vor, dass Leistungssportler betroffen sind. Deren Fälle sorgen für viel Aufsehen: Sportler sterben, ohne dass eine Vorerkrankung bekannt wäre. Das intensive Training kann in solchen Fällen entweder einen plötzlichen Herztod oder eine Rhabdomyolyse auslösen. Diese kann zu Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen führen.

Für die Behandlung einer Rhabdomyolyse sei es wichtig, viel zu trinken und viel Flüssigkeit über Infusionen zu geben. Denn bei dieser Erkrankung setzt sich Muskeleiweiß in der Niere fest, was zu Nierenversagen führen kann.

Quelle: RP
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