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Kevelaer
Sportlich im Kampf gegen den Krebs

Kevelaer: Sportlich im Kampf gegen den Krebs
Auch der Nachwuchs machte bei Big Challenge mit. Bei der Aktion haben sich rund 250 Radler bei der Marathonstrecke angemeldet. Ganze 15 wagten ihre besondere Herausforderung, indem sie eine Strecke liefen und dann noch einmal die 44 Kilometer mit dem Rad zurücklegten. FOTO: Gottfried Evers
Kevelaer. Rund 300 Teilnehmer beteiligten sich an der diesjährigen "Big Challenge". Start und Ziel waren am Sport Park des SV Viktoria in Winnekendonk. Von Anke Kirking

Eine Herausforderung definiert jeder für sich und jede ist anders. So kann es viele "große Herausforderungen" geben. Der eine möchte vielleicht eine bessere Note auf dem Zeugnis schaffen, und der andere möchte vielleicht endlich einen langen Streit beenden. Was eine Herausforderung auch immer von einem fordert, es braucht schon eine gute Mischung aus Kampfgeist und Motivation, und ein Ziel vor Augen.

Bei der "Big Challenge", die am Wochenende in Winnekendonk stattfand, kam noch die Komponente "Sport" dazu. Hinter "Big Challenge" steht ein Verein, der die Deutsche Krebshilfe zu 100 Prozent unterstützt. 75 Prozent der Spenden, die durch die Aktion zusammenkommen, wird Professor Christoph Klein von der Universität Regensburg erhalten. Sein langfristiges Ziel ist es, ein Medikament zu entwickeln, das das Ansiedeln gestreuter Tumorzellen im Körper dauerhaft verhindert. Das restliche Viertel der Spenden wird der Palliativmedizin der Uniklinik München zugutekommen. Dort werden Leitlinien der Palliativmedizin für Krebspatienten erarbeitet. Denn eine der größten Herausforderungen, die man sich nicht aussuchen kann, ist es, an Krebs zu erkranken.

Laut, rhythmisch und gut gelaunt: Die Sambagruppe "Grupo Samba Percussion" feuerte die Sportler an. FOTO: Evers Gottfried

Georg Biedemann und seine Frau Petra haben den Verein "Big Challenge" 2013 gegründet. Nachdem das Ehepaar in den Niederlanden im Jahr 2006 einmal an einer Veranstaltung des dortigen "Big Challenge"-Vereins teilgenommen hat, beschlossen sie, so einen Verein auch in Deutschland ins Leben zu rufen.

Georg Biedemann hat in seinem familiären Umfeld leider schon viele Menschen an den Krebs verloren. Sein Ziel, die Krebsforschung zu unterstützen, hat bereits viele Teilnehmer und Mitstreiter bewegt. Zugespitzt hat sich diese "Bewegungsfreude" an diesem Wochenende. Auf dem Sport Park des SV Viktoria in Winnekendonk fanden sich rund 300 Teilnehmer der diesjährigen "Big Challenge" ein. Ihre Herausforderung ein Marathon von 44 Kilometern. Wer lieber auf dem Drahtesel reitet, durfte die Strecke auch mit dem Rad bewältigen. Fürs Laufen haben sich neun Teilnehmer entschlossen. Rund 250 Radler haben sich bei der Marathonstrecke angemeldet. Ganze 15 wagten ihre besondere Herausforderung, indem sie eine Strecke liefen und dann noch einmal die 44 Kilometer mit dem Rad zurücklegten.

Die Zahl der Teilnehmer beeindruckt vielleicht noch etwas mehr, wenn man weiß, dass jeder 500 Euro Startgeld bezahlen muss. Viele Teams haben sich darum organisiert, damit sie das Geld zusammenbekommen. In dem Team "Julia" engagieren sich drei Jungs. Sie sahen zuerst nur die sportliche Veranstaltung. Doch als sie erfuhren, dass es darum geht, Krebspatienten und ihren Familien zu helfen, kam Julia ins Spiel: Sie war an Krebs erkrankt und hat die Krankheit zum Glück bewältigen können. Das Team Julia aus Dominik Petzchen, Dirk Verhoeven und Andreas Botson, ist seit dem Anfang von Big Challenge Deutschland mit von der Partie.

Aus dem Team Wemb ist ein Radfahrer selber an Krebs erkrankt. Jan Derksen hat eine bewegende Geschichte hinter sich und noch einen Weg vor sich. Zuerst war seine Frau an Krebs erkrankt. Sie hat den Kampf gewonnen, und auch beim zweiten Mal, als der Krebs zurückkam, hat sie es geschafft. Es folgte der Wiedereinstieg in den Beruf und natürlich eine engmaschige medizinische Kontrolle. Dann erkrankte ihr Mann. Derksen lässt sich aber nicht unterkriegen. Mit einem blauen Kopftuch sieht er schon kämpferisch aus.

Auf dem Gelände des Sport Parks gab es rund um das Thema Krebs auch viele Informationsstände. Die ambulante Hospizgruppe Kevelaer kümmert sich zum Beispiel um Krebspatienten und ihre Angehörigen. Der Malteser Hospizdienst hat auch Gruppen für Kinder und Jugendliche, deren Eltern an Krebs erkrankt oder sogar daran gestorben sind.

An dem Stand des Palliativ Netzwerks Niederrhein gab es Infos darüber, welche Ärzte die Zusatzausbildung des Palliativmediziners haben, welche Verordnung man als erkrankter Mensch von der Krankenkasse braucht und wie man den besten Spezialisten für die jeweilige Krebsart findet.

Auch, wenn es sich um ein ernstes Thema handelt, so war diese Veranstaltung dennoch ein Ort der Zusammenkunft, des Austausches und der Freude. Nicht zuletzt auch durch die tollen Darbietungen der Tanzgruppen "Queens" aus Kevelaer, der Sängerinnen und Sänger der "Goldies" sowie der Gruppe "Grupo Samba Percussion".

Quelle: RP
 
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