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Kevelaer
Spuren sind in Winnekendonk zu sehen: Der Biber ist zurück

Kevelaer. Stephan Martens hat typische Bissspuren an Bäumen an der Fleuth entdeckt. Die Tiere kommen entweder aus Holland oder aus dem Kreis Wesel. Von Sebastian Latzel

Als Stephan Martens die Bäume sah, stand für ihn sofort fest: Das müssen Biber gewesen sein. Die Stämme an der Fleuth in Winnekendonk hatten die typischen Bissspuren der pelzigen Nager. "Es war das erste Mal, dass ich solche Spuren hier bei uns entdeckt habe. Aber offenbar ist der Biber nach 100 Jahren wieder nach Kevelaer zurückgekehrt", sagt der Grünen-Ratsherr. Im letzten Jahr hatte er solche Stellen bereits in Goch-Kessel gesehen, diesmal erstmals in Winnekendonk. Für ihn ist das eine erfreuliche Entwicklung. "Denn der Biber ist auch immer ein Anzeichen dafür, dass die Natur intakt ist. Wo sich der Biber niederlässt, da nimmt auch die Artenvielfalt zu", berichtet er.

Dass sich die Biber im Kreis Kleve ausbreiten, beobachtet das Naturschutzzentrum des Kreises bereits seit einiger Zeit. "In den Niederlanden sind Biber vor etwas mehr als 20 Jahren ausgesetzt worden, die haben sich ausgebreitet", erklärt Dr. Ulrich Wernecke, Geschäftsführer des Naturschutzzentrums. Zudem sind Tiere auch im See bei Wesel-Diersfordt ausgesetzt worden. Auch von dort haben sie sich in den Kreis Kleve und auch auf die linke Rheinseite ausgebreitet. "Der Rhein stellt für die Tiere keine Barriere dar", sagt der Biologe, der sich über diese Entwicklung freut. "Denn die Biber kommen ursprünglich hier aus der Gegend, sie sind also eine einheimische Tierart."

Durch die Jagd war der Biber seinerzeit ausgerottet worden. Unter anderem spielte dabei kuriosweiserweise eine Rolle, dass er offiziell als Fisch tituliert worden war, weil er im Wasser lebte. Damit war es erlaubt, ihn auch in der Fastenzeit zu essen, in der sonst Fleisch tabu ist. Jetzt kehre der Biber langsam zurück. Dass er inzwischen im Raum Kevelaer auftauche, liege daran, dass junge Biber von ihren Eltern quasi "aus dem Haus geschmissen" werden. Der Nachwuchs muss wandern und sich ein eigenes Revier suchen, auf diese Weise breitet sich das Tier aus.

Auch Stephan Martens freut sich über die Entwicklung. "Auch, weil es für mich ein deutliches Zeichen dafür ist, wie wertvoll die Landschaft hier im Raum Kevelaer und Winnekendonk ist."

Quelle: RP
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