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Weeze
Sterben in Weeze wird ein wenig teurer

Weeze: Sterben in Weeze wird ein wenig teurer
Die Gebühren für Erdbestattungen auf dem Weezer Friedhof werden durch die Gemeindeverwaltung angehoben. FOTO: Seybert
Weeze. Die Gemeinde Weeze plant eine Veränderung der Friedhofsgebühren. Die meisten Bestattungsvarianten werden demnach etwas mehr kosten, allerdings geht es um moderate Beträge. Die Abfallgebühren sollen unverändert bleiben. Von Sina Zehrfeld

Mit dem Anstieg der Friedhofsgebühren liegt die Gemeinde Weeze im allgemeinen Trend. Personal- und Sachkosten steigen, Anlagen müssen unterhalten werden, fast alles wird teurer, und somit auch der Tod. Oder zumindest die letzte Ruhe. "Insgesamt haben wir keine großen Veränderungen, aber im Bereich der einzelnen Bestattungsvarianten Verschiebungen", fasst Kämmerer Johannes Peters die Lage zusammen. Das bedeutet: Bei allgemein steigenden Gebühren gibt es hier und dort auch Senkungen, die im Bereich von ein paar Euro liegen.

Der Erwerb eines normalen Reihengrabes - Ruhezeit 25 Jahre - soll ab Januar 1291 Euro kosten, nicht mehr 1252 Euro. Also: 39 Euro mehr. Bei anonymen Reihengräbern ist der Schritt am größten: Hier geht es um einen Anstieg von 111 Euro. Der Erwerb kostete bislang 1986 Euro, in Zukunft sollen es 2097 Euro sein.

Bei Wahlgräbern steigen die Kosten für Erwerb oder Wiedererwerb von 1461 auf 1532 Euro, dabei geht es also um 71 Euro. Und die Verlängerung des Nutzungsrechtes kostet künftig pro angefangenem Jahr 61,28 statt 58,45 Euro.

Die Kosten für ein Urnenreihengrab - Ruhezeit 25 Jahre - steigen um 19 auf 1339 Euro. Ein Mehrfachurnengrab ist mit 1252 ebenso teuer wie ein normales Reihengrab, auch der Anstieg von 39 Euro ist exakt der gleiche. Veränderungen gibt es auch bei den Kosten für die Bestattungen selbst: Eine normale Erdbestattung sollen 548 Euro kosten, damit 26 Euro mehr als bisher.

Weitere Verschiebungen nach oben oder unten, die im Bereich von ein paar Euro liegen, gibt es bei unterschiedlichen Posten. So sinken die Preise für anonyme Urnengräber und Einzelurnengräber um jeweils einen Euro. Die Gebühren für Grabstätten für Kinder unter fünf Jahren fallen um fünf Euro niedriger aus. Bei Fallbearbeitungsgebühren geht es um eine Senkung von 14 Euro.

Bei der Gebührenkalkulation werden die erwarteten Kosten zugrundegelegt. Zugleich fällt ins Gewicht, wie viele Bestattungen in einem Jahr erwartet werden. Das schätzt man "basierend auf dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre", erläutert Kämmerer Peters - sofern es dabei nicht augenfällige Schwankungen gegeben haben sollte.

Dabei werden auch gesellschaftliche Entwicklungen einbezogen: Nach wie vor entscheiden sich immer mehr Familien für eine Feuerbestattung. "Man kann feststellen, dass die Zahl der Urnenbeisetzungen zunimmt", so Peters. Ebenso gibt es mehr anonyme Beisetzungen oder solche, bei denen eine Platte auf einem Rasengrab gewählt wird. "Auch da haben wir eine Zunahme."

Aus diesen Faktoren werden die Gebühren für die verschiedenen Bestattungsvarianten errechnet. "Wenn zum Beispiel Kosten nicht ansteigen, aber mehr Fallzahlen zu erwarten sind, kann es zu Senkungen kommen", so Peters. "Im Prinzip wird alles nach Aufwand verteilt."

Das meiste Geld fließt in die Grünflächenpflege. "Der Hauptanteil sind die Kosten für die Unterhaltung auf dem gesamten Friedhof, die wir an ein externes Unternehmen vergeben haben", so Peters. Darauf entfallen allein 122.000 Euro bei den gesamten Friedhofs-Kosten von 166.000 Euro. Betraut ist damit der Weezer Betrieb "Blumen Jupp".

Die Abfallgebühren in der Gemeinde Weeze werden sich voraussichtlich nicht verändern. Zwar decken sie nicht die derzeitigen und erwarteten Kosten der Abfallbeseitigung. Aber es gibt noch Rücklagen aus vergangenen Jahren. Deshalb schlägt die Gemeindespitze vor, die Gebühren in 2018 auf dem Stand von 2017 zu lassen. Das ist ein Prinzip des Gebührenhaushalts: "Wenn wir Überschüsse erwirtschaften, geben wir die an die Gebührenpflichtigen in den nächsten Jahren zurück", erklärt Kämmerer Johannes Peters.

Quelle: RP
 
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