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Kevelaer
Stolperstein erinnert künftig an Maria Wackers aus Kevelaer

Kevelaer. Es war der Wunsch von Elisabeth Wackers aus Berlin: Ein Stolperstein als Erinnerung an ihre verstorbene Mutter Maria Wackers, geborene van Aaken, die zum Kriegsende Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie wurde. Am 23. November, um 9.30 Uhr, wird der kleine Stein aus Messing vor dem ehemaligen Wohnhaus der Verstorbenen, Maasstraße 35, durch den Künstler und Initiator des Projekts, Gunter Demnig, persönlich eingesetzt. "Viele Verwandte haben sich bereits angekündigt, an der Stolpersteinverlegung teilzunehmen", freut sich Elisabeth Wackers. Die Anteilnahme ist groß. Auch Bürgermeister Dominik Pichler und Pastor Lohmann wollen kommen. Die Stolpersteinverlegung ist öffentlich. Im Anschluss findet um 10.45 Uhr in der Basilika in Kevelaer ein Gedenkgottesdienst statt. Während der Stolpersteinverlegung ist die Maasstraße gesperrt.

Mit dem Projekt "Stolpersteine" erinnert der Künstler Demnig seit dem Jahr 2000 an die Opfer des Nationalsozialismus. Ziel ist es, die Namen der Opfer zurück an die Orte ihres Lebens zu bringen.

Maria Wackers wurde im Februar 1906 in Kevelaer als zweites Kind der Eheleute Peter August van Aaken (Zimmermeister) und Bernhardine van Aaken geboren. 1929 heiratete sie den Bäckermeister Josef-Franz Wackers aus dem Haus "Zum goldenen Krug". Zwischen 1930 und 1944 schenkte Maria sechs Kindern das Leben. Sie teilte das Schicksal vieler Kriegsfrauen. Ihr widerstrebten jedoch die nationalsozialistischen Werte, denen sie sich nicht anschließen konnte. Als der Krieg auch in Kevelaer immer spürbarer wurde, wurde die Familie auseinandergerissen. Im Dezember 1944 wurde zuletzt auch Maria gemeinsam mit ihren beiden ältesten Söhnen zur Gau Magdeburg evakuiert. Nachdem der Zug bei der Bombardierung von Osnabrück stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, erlitt Maria einen Nervenzusammenbruch und wurde in die Nervenheilanstalt Uchtspringe eingeliefert. Kurzzeitig kehrte sie von dort Weihnachten 1944 zu ihrer Familie zurück, musste jedoch zurück in das Krankenhaus nach Uchtspringe. 13 Tage später erhielt die Familie die überraschende Nachricht, dass Maria Wackers verstorben sei. Heute ist es bestätigt, dass die Kevelaererin in der Nervenheilanstalt Opfer des Hitler'schen Euthanasieerlasses wurde, also aufgrund ihrer psychischen Erkrankung getötet wurde. Künftig erinnert der Stolperstein in Kevelaer an Maria Wackers und ihr Schicksal, damit sie und alle Menschen, die in der NS-Zeit verfolgt oder getötet wurden, nicht vergessen werden. Die Steine sollen dazu beitragen, dass solche Geschichten nie wieder geschrieben werden.

Quelle: RP
 
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