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Kevelaer
Strafantrag gegen Bruno Schmitz wegen Nazi-Vergleich

Kevelaer: Strafantrag gegen Bruno Schmitz wegen Nazi-Vergleich
Bruno Schmitz FOTO: G. Evers
Kevelaer. Streit um Gebühren und eine Kaution soll eskaliert sein. Der Beschuldigte organisiert auch Kulturveranstaltungen im Südkreis. Von Matthias Grass

Die Stadt Kleve hat Strafantrag gegen den Klever Kulturmanager Bruno Schmitz gestellt. Rechtsdirektor Wolfgang Goffin bestätigte die "Anzeige gegen einen von ihm namentlich nicht genannten Veranstalter wegen eines Nazi-Vergleichs, der im Streit um Gebühren und Kaution für eine Fläche im Forstgarten gefallen sei". Der Veranstalter ist der Kleinkunstverein Cinque, der Vorsitzende Bruno Schmitz. Schmitz ist Inhaber vom "Kulturbüro Niederrhein" und richtet auch im Süden des Kreises Kleve zahlreiche Veranstaltungen aus.

Goffin hatte den Mitgliedern des Umwelt- und Verkehrsausschusses der Stadt Kleve erklärt, die Erhebung von Gebühren, einer Platzmiete und einer Kaution gelte für jeden. Dies als "Nazimethoden" zu bezeichnen, überschreite die Grenze des Erträglichen, so Goffin. Aus dem Ausschuss sei zuvor die Frage nach den Gründen für die Erhebung der Kaution gekommen. Diese sei von der Verwaltung mit erheblichen Schäden am Park begründet worden, die in der Vergangenheit von der Stadt zu beseitigen gewesen seien. Außerdem habe die Stadt Kleve die üblichen Entgelte, die jeder bezahlen müsse, erhoben. Die Politiker im Ausschuss reagierten entsetzt über einen möglichen Nazi-Vergleich.

Schmitz hatte als Kabarettist auf der Bühne bei der Begrüßung seiner Gäste im ausverkauften Spiegelzelt mehrfach die Gebühren und die fällige Kaution, die der veranstaltende Kleinkunstverein Cinque auch brav entrichtet habe, kritisiert. Er könne allen danken, nur eben der Stadt nicht, sagte er auf der Bühne. Der Kleinkunstverein Cinque arbeite ehrenamtlich, und da seien diese Gebühren eben ärgerlich, so Schmitz unter dem Applaus der Besucher. Diese Gebühren und die Kaution müssen alle Veranstalter für den Platz bezahlen - eben auch der Kleinkunstverein Cinque. Jetzt sagte Schmitz, er habe keinen Mitarbeiter der Stadt verunglimpft, erst Recht nicht persönlich beleidigt. Er habe lediglich "engagiert" die Situation zur Sprache gebracht, dass man sich nicht wie früher hinter Paragrafen verstecken dürfe. So sei sein Eindruck gewesen.

Zum Hintergrund: Jedes Jahr organisiert der Kleinkunstverein Cinque ein großes Event im Klever Forstgarten. Die Einnahmen fließen ins Cinque-Budget, um das Jahresprogramm mitzufinanzieren. Momentan muss der Verein seine Veranstaltungen im Gesellschaftshaus der LVR-Klinik auf die Bühne bringen, weil ihm in Kleve eine Bühne vergleichbarer Größe fehlt. Man sei auf der Suche nach geeigneten Räumen nicht fündig geworden, habe aber Kontakt zur Stadt, so Schmitz, der sagt: "Wir wünschen ja eine gute Zusammenarbeit."

Quelle: RP
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