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Kevelaer
Süßigkeiten-Schlaraffenland in Kevelaer

Kevelaer: Süßigkeiten-Schlaraffenland in Kevelaer
Heike Mankertz in ihrem neuen Geschäft an der Hauptstraße. Badeenten hat sie auch. Die gibt es in allen möglichen Varianten. Gern genommen sind Braut- und Bräutigam-Enten für Hochzeitsgeschenke. FOTO: Evers
Kevelaer. An der Hauptstraße ist aus der Apotheke ein "Schnupp"-Laden geworden. Für Kinder gibt es bunte, saure Schlangen, die Älteren werden die Himbeerbonbons und Knuspermünzen noch kennen. Xanten ist der Hauptsitz des Unternehmens. Von Bianca Mokwa

Manchmal erntet die Frau hinter der Theke verwunderte Blicke. "Apotheke" steht draußen dran, Süßigkeiten sind drin im Laden an der Hauptstraße 29 in Kevelaer. Das äußere Erscheinungsbild der ehemaligen Marien-Apotheke wird sich noch ein bisschen wandeln. Dann ist auf den ersten Blick klar, es ist ein Paradies für Lakritzfreunde, Bonbonesser und Liebhaber von süßem und saurem Naschwerk entstanden.

"Es ging alles sehr schnell", sagt Heike Mankertz, die Frau hinter der Theke. Sie ist die Besitzerin des Ladens. Seit elf Jahren hat sie ein Süßigkeitengeschäft in Xanten. Im Centro Oberhausen und in Koblenz kamen Läden dazu. Das Konzept habe sie von den Holländern übernommen, sagt die Xantenerin: "Die sind ganz pfiffig in solchen Sachen, die Holländer". Und schon als Kind fand sie es klasse, dort in die kleinen Läden zu gehen und nach Herzenslust ein wenig von jedem auszusuchen. Das geht jetzt auch in Kevelaer in ihrem Laden. Die Freunde von Jelly Bellys, den Geleebohnen aus Amerika, kommen genauso auf ihre Kosten wie Lakritzliebhaber. 75 verschiedene Lakritzsorten aus Holland stehen zur Auswahl. Im Trend bei den Jüngeren seien die Superschlangen. Die gefüllten Fruchtgummischlangen gibt es von pfirsich-fruchtig bis hin zu Energy-Geschmack.

Während Heike Mankertz erzählt, kommt ein sehr junger Kunde in einem viel zu großem Fußballtrikot herein und holt Slush-Eis, durchgedrehtes Wassereis, eins für sich und eins für seine Schwester. Aber nicht nur für die junge Generation gibt es "Schnupp" in Hülle und Fülle. In der Nähe des Eingangs findet sich eine weitere Besonderheit, die Kräuterbonbons der Firma Müller aus Duisburg. Die kennt man von Weihnachtsmärkten. Die Himbeerbonbons, Knuspermünzen, Knöterich und Salmiak-Waffeln lassen Kindheitserinnerungen aufleben. Die Müller-Bonbons sind in Tüten abgepackt, die restlichen 250 Sorten liegen in durchsichtigen Behältern zur Selbstbedienung.

Heike Mankertz legt den zusammengestellten Beutel einer Kundin auf die Waage. Nach dem Bezahlen gibt sie die Süß-Tüte an das Mädchen im pinken T-Shirt weiter.

Der Name ihres Ladens, "Chuches", kommt aus dem Spanischen und steht für Süßigkeiten aller Art. Spanisch, weil Heike Mankertz ihren Mann nach Mallorca begleitete. Irgendwann ging es für beide zurück an den Niederrhein, und die Idee zu einem Süßigkeitenladen war geboren. Ihrem Mann habe das Schriftbild von "Chuches" gefallen, sagt Heike Mankertz. Sie hätte eher was Niederrheinisches gewählt.

Ihr Geschäft an der Kurfürstenstraße in Xanten zieht Kinder und Touristen an. Aber warum Kevelaer? Sie habe eigentlich immer mit Kevelaer geliebäugelt, sagt die Xantenerin. Alexander Reinhardt, dessen Lollis sie auch im Laden hat, ist mit ihr gemeinsam durch Kevelaer gelaufen; Ladensuche. "Ihr müsst so liegen, dass alle vorbeikommen. Ihr müsst zur Hauptstraße", sagte er.

Da ist das Geschäft nun. Der Leerstand der Apotheke ist Geschichte. Überall sei sie auf großes Entgegenkommen gestoßen, erzählt Heike Mankertz. "Die Herzlichkeit ist Wahnsinn. Irgendwie scheint das mit der Kirche ansteckend zu sein", sagt sie, glücklich über den erfolgreichen Start in der Marienstadt. "Es besteht wirklich Interesse, schöne Geschäfte nach Kevelaer zu bringen", ist ihre Beobachtung. "Schön haben Sie es hier", so drückt es eine Kundin aus.

Quelle: RP
 
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