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Kreis Kleve
Synode: Pfarrdienst wird neu strukturiert

Kreis Kleve. Kevelaer, Geldern, Issum und Kerken sollen neue "Region Süd" bilden. Weeze gehört zu "Region West".

Wie sieht der Pfarrdienst in Zukunft bei uns aus? Diese Frage stellen sich Presbyterien der evangelischen Kirchengemeinden derzeit. Auch auf der 217. Synode des Evangelischen Kirchenkreises Kleve wird dies Thema sein. Die Synode tagt öffentlich und beginnt mit einem Abendmahlsgottesdienst zunächst in der evangelischen Kirche am Gocher Markt am heutigen Freitag um 17 Uhr. Fortgesetzt wird sie am Samstag um 9.30 Uhr im Gocher Kastell und endet voraussichtlich um 15 Uhr.

Hintergrund für die Pfarrstellendiskussion ist ein landeskirchlicher Beschluss, der die Pfarrstellenzahl in der rheinischen Kirche von 1700 auf 1000 Stellen bis zum Jahr 2030 reduziert. Weniger Kirchensteuermittel und der fehlende Nachwuchs im Pfarrberuf sind die Gründe. Starke Jahrgänge gehen zudem ab 2025 in Rente. Zurzeit stehen den Gemeinden im Kirchenkreis nach den Planzahlen der Landeskirche 21,42 Gemeinde-Pfarrstellen (volle Dienstumfänge) zu. Die Prognosen der Landeskirche gehen bis zum Jahr 2021 von 16,67 Gemeinde-Pfarrstellen und bis 2026 von 11,45 Gemeinde-Pfarrstellen für den Kirchenkreis aus. Dazu kommen, so die Planungen für 2021, 8,02 Vollzeitstellen für Funktionspfarrstellen. Die Pfarrstellenanzahl berechnet sich aus der Gemeindegliederzahl in der Fläche, deshalb wird der Dienst der Pfarrer demnächst nach Regionen organisiert. Bereits jetzt haben sich sechs Gemeinden zur "Region West" zusammen gefunden: Goch, Kervenheim, Louisendorf, Pfalzdorf, Uedem und Weeze. Voraussichtlich in der "Region Nord" finden sich Schenkenschanz-Keeken, Kranenburg, Kleve, Kalkar und Moyland zusammen. In der "Region Ost" bündeln die kommunalen Weseler Gemeinden Xanten-Mörmter, Sonsbeck und Büderich den Pfarrdienst. Die "Region Süd" bilden die Gemeinden Kevelaer, Geldern, Issum und Kerken. Der Synode wird vorgeschlagen, diese Regionenbildung zu befürworten.

Die Kirchengemeinden haben sehr unterschiedliche Größen, von einigen Hundert bis knapp 8000 Gemeindegliedern. Die neu gebildeten Regionen sollen der Steuerung dienen, damit auch zukünftig in allen Gemeinden pastorale Dienste angeboten werden können. Für jede Gemeinde soll es weiter feste Ansprechpersonen geben, auch, wenn es nicht mehr unbedingt der "eigene" Pfarrer oder die eigene Pfarrerin ist. Im Zuge der engeren Zusammenarbeit können sich in den Gemeinden die Gottesdienstzeiten ändern. Pfarrer werden an einem Sonntag gegebenenfalls zwei Gottesdienste hintereinander geben, wie es in einigen kleinen Kirchengemeinden schon jetzt Praxis ist. In den Gemeinden wird sich der Pfarrdienst sukzessive reduzieren, sofern die Prognosen der Gemeindegliederentwicklung im Kirchenkreis tatsächlich eintreten. Derzeit gehören noch 43.457 Menschen zum Kirchenkreis. Die Presbyterien hoffen sie, dass aus der pastoralen Zusammenarbeit der Gemeinden auch neue Impulse für das gesamte Gemeindeleben entstehen.

Quelle: RP
 
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