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Kevelaer
Tempo 30 - künftig bitte hier

Kevelaer: Tempo 30 - künftig bitte hier
FOTO: Adfc
Kevelaer. Große Resonanz auf Leseraktion der Rheinischen Post. An vielen Stellen sind die Autofahrer zu schnell unterwegs. Die Leser wünschen sich gerade in der Nähe von Schulen und an unübersichtlichen Stellen mehr Sicherheit. Von Michael Klatt

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will, wie berichtet, die rechtlichen Anforderungen für Tempo-30-Zonen lockern. Geht es nach den Lesern der RP, könnte es im Gelderland an vielen Stellen solche Geschwindigkeitsbeschränkungen geben. Auf die Frage der Redaktion "Wo sollen 30er-Zonen hin?" gab es viele Antworten.

Die Dorfstraße in Twisteden könnte eine solche Zone werden, meint Leser H.S. Wenzke. An der Straße liegt die Grundschule, gegenüber der Edeka-Markt. "Als Radfahrer kommt man vom Geschäft nicht gefahrlos auf die gegenüberliegende Straßenseite, weil der Straßenverlauf in Richtung Wemb eine Kurve macht", schreibt Wenzke. Und im Vergleich zu früher herrsche viel mehr Autoverkehr durch Flughafen und Irrland.

Bei der Bahnhofstraße in Wetten wäre Stefan Marquardt froh über ein Tempolimit. Vielleicht nicht über Tempo 30, aber Tempo 50 zumindest wäre eine "Super-Sache". Baulich bedingt dürfte man dort eh nicht viel schneller fahren, aber das wüssten die Wenigsten. "Unsere Kinder würden es danken. Und wir als Eltern könnten sie auch ruhiger mal zum Nachbarskind alleine mit dem Fahrrad schicken. Außerdem wäre es morgens an der dortigen Bushaltestelle sicherer für die etwa 15 Kinder, die dort in den Schulbus steigen."

Die Josefstraße in Kevelaer ist die Verbindungsstraße zwischen Koxheidestraße und Biegstraße. Josef Verheyen wohnt etwa in der Mitte dieser Straße. Und er stellt fest, dass Motorräder, Lkw (zum Teil mit lautem Getöse) und Pkw mit viel zu hoher Geschwindigkeit über die Strecke "brettern". Sehr gefährlich sei das vor allem für die Kinder, die die Route morgens und nachmittags als Schulweg benutzen müssen. Sein Vorschlag: Hier mindestens eine "Tempo-30-Zone" einrichten. Gleiches wünschen sich Heidi und Patrick Faure auch für Nordstraße und Dürerstraße.

Viele Wünsche nach Tempo 30 kommen aus Winnekendonk. Dringend geboten ist das aus Sicht von Hermann-Josef Essen und Uwe Lenarcik an der Overberg-Grundschule. "Aufgrund des extrem hohen Verkehrsaufkommens mit Schwerlastverkehr auf der Durchgangsstraße sehe ich eine hohe Gefährdung für die Kinder", so Essen. Es existiere zwar eine Fußgängerampel in der näheren Umgebung der Schule, die aber nicht von allen Kindern genutzt werde. Außerdem werde im ganzen Bereich teilweise sehr zügig gefahren.

Eine zweite Tempo-30-Zone in der Ortschaft wünscht Essen sich am Ortseingang von Winnekendonk in Richtung Kevelaer. Dort mündet eine Zufahrtsstraße in das Neubaugebiet, in dem viele Kinder zu Hause sind. Etwa 70 Meter hinter dem Ortseingangsschild ist die Einmündung. Kaum ein Verkehrsteilnehmer fahre dort die vorgeschriebenen 50 Kilometer pro Stunde, so Essen. Verkehrskontrollen sind nach seiner Beobachtung dort sehr selten beziehungsweise nur am Tage und dann so gut von weitem zu sehen, dass am Kontrollpunkt "fast alle Verkehrsteilnehmer die 50 km/h einhalten". Kaum sei die Kontrolle weg, werde wieder gerast.

Eine gefahrlose Überquerung der Fahrbahn ist Essens Meinung nach auch durch den Baumbestand, der die Sicht stark beeinträchtigt, kaum möglich. Ebenso trügen auf dem Parkstreifen geparkte Werbeanhänger zur Unübersichtlichkeit bei. "Wann verunglückt dort das erste Kind?", fragt der Winnekendonker bangend. Er vermisst eine Querungshilfe.

Nicht zuletzt sei das Verkehrsaufkommen sehr hoch. Schließlich handelt es sich um die Durchgangsstraße zwischen Autobahn und Kevelaer mit viel Schwerlastverkehr. Essen fordert: "Durch die Tempo-30-Zone müsste der Verkehr vorzeitig mit einem 70- km/h-Bereich und dann 50 km/h vorab gebremst werden. Vielleicht gelingt damit ein relativ gefahrloses Überqueren der Straße für die Kinder und alle anderen Anwohner."

Ein weiterer Kandidat für eine Tempo-30-Zone in Winnekendonk ist der Klösterpad. Dort wünscht sich Claudia Hermanns die entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzung. Denn in dieser Straße können keine zwei Autos aneinander vorbei fahren. Am Ende des Klösterpads liege eine Kindertagesstätte, zudem werde dieser Weg von Schulkindern auf ihrem Weg zur Overberg-Grundschule genutzt, und natürlich auch von Eltern, die den Kindergarten zu Fuß erreichen wollen. Außerdem spazieren dort Senioren aus dem benachbarten Seniorenheim entlang. Weil der Klösterpad ziemlich schmal ist, kommt es nach Beobachtungen der Winnekendonkerin häufig vor, dass Autofahrer hin und her rangieren müssen. Dies alleine bedinge schon gefährliche Situationen. "Hilfreich wäre es dann, wenn man die Geschwindigkeit so weit herabsetzen könnte, dass am besten sogar nur Schrittgeschwindigkeit zulässig wäre."

Ein weiterer Kandidat für eine Tempo-30-Zone in Winnekendonk ist nach dem Dafürhalten von Uwe Lenarcik die Kervenheimer Straße in Höhe Plockhorstweg. Dort gibt es einen Übergang mit Verkehrsinsel für die Kinder auf dem Schulweg, der meistens mit Schülerlotsen gesichert ist. Und da wäre es für alle sicherer, gälte dort dann Tempo 30.

Quelle: RP
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