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Kevelaer
Tempo 30: Vorschläge werden geprüft

Kevelaer: Tempo 30: Vorschläge werden geprüft
An der Kervenheimer Straße sichern Schülerlotsen den Überweg. Das sei sinnvoller als ein Tempo-30-Schild. FOTO: stoffel
Kevelaer. Die Leser haben für Kevelaer eine Reihe von Stellen vorgeschlagen, an denen eine Temporeduzierung sinnvoll sei. Doch oft ist das nicht so einfach. Von Sebastian Latzel

Ortsvorsteher Hansgerd Kronenberg hat den Artikel mit den Wünschen der Leser ganz genau gelesen. "Mir ist das Thema hier in Winnekendonk bestens bekannt, schließlich wohne ich selbst an der viel befahrenen Ortsdurchfahrt", sagt er. Die Wünsche kann er nachvollziehen, etwa die Anregung, am Ortsausgang Richtung Kevelaer das Tempo zu drosseln. Tempo 30 sei dort aber kaum durchzusetzen, da die Straße eine Durchfahrtsstraße ist. Und die müssen erhalten werden, erläutert auch Ludger Holla von der Stadtverwaltung.

Ein Schild alleine würde hier auch nicht helfen, so Kronenberg. "Sinnvoller fände ich an der Stelle eine Verkehrsinsel", sagt er. Er werde das Thema einmal mit der Stadt besprechen. Kontakt will er auch wegen des Klösterpads aufnehmen. "Diese Straße war schon öfter Gegenstand von Beratungen", berichtet er. Die Straße sei kurz, sehr eng, zwei Wagen kommen da nicht aneinander vorbei. "Hier kann man eigentlich gar nicht schneller als 30 fahren", sagt Holla. Ähnlich sieht es Kronenberg: "Wer hier schneller fährt, geht ein Risiko ein." Gleichwohl könne man sich durchaus einmal darüber unterhalten, hier vielleicht ein 30-Schild aufzustellen.

Ludger Holla verweist darauf, dass der Rat in den 90er Jahren flächendeckende Tempo-30-Zonen für die Ortschaften beschlossen habe. Im Jahr 2009 sei auch das Stadtgebiet untersucht worden. Anschließend sei hier so gut wie überall Tempo 30 eingeführt worden. Überall sei das nicht möglich, weil Durchfahrtstraßen vorgehalten werden müssen. Damit sind viel befahrene Straßen gemeint. Eine Tempo-30-Zone sei dort problematisch, weil damit auch eine durchgängige Rechts-vor-Links-Regelung verbunden ist. Auf so viel befahrenen Straßen würde das den Verkehrsfluss behindern. Möglich sei aber, ein 30-Schild aufzustellen, das eben nur örtlich begrenzt das Tempo drosselt. So sei es an der Hubertusschule passiert. Die Anregung für die Josefstraße will er daher einmal prüfen.

Bei den Vorschlägen zur Overberg-Grundschule verweist Holla darauf, dass es dort eine Fußgängerampel gibt. Damit sei kein Tempo-30-Schild möglich, weil eine Ampel höherwertigen Schutz als ein Schild biete. So sieht es auch Ex-Polizist Ernst Simmes. Wichtig sei, Kinder und Eltern so zu erziehen, dass sie die Ampel nutzen, die sich nicht direkt vor der Schule befindet. Er kritisiert, dass Rad- und Gehweg dort zum Parken genutzt würden. Würden diese Leute ihre Autos auf der Fahrbahn abstellen, würden dadurch "natürliche Hindernisse" entstehen.

Überhaupt ist gängige Ansicht, dass es mit einem Schild allein nicht getan ist. Daher ist Ludger Holla auch der Meinung, dass die momentane Regelung an der Kervenheimer Straße optimal ist. "Hier wird der Übergang durch freiwillige Schülerlotsen gesichert. Das ist die sicherste Lösung, und wir sind den Freiwilligen sehr für ihren Einsatz dankbar."

Dass viele schneller fahren als erlaubt, ist eine Beobachtung, die Ortsvorsteher Josef Kobsch an der Dorfstraße in Twisteden macht. "Wir kennen das Problem dort und haben schon öfter mit dem Kreis darüber gesprochen", sagt er. Immerhin gebe es dort eine Fußgängerampel und eine Verkehrsinsel, beides bremse den Verkehr. Mit dieser Lösung werde man leben müssen.

Möglichkeiten, an der Bahnhofstraße in Wetten aktuell etwas zu ändern, sieht Ludger Holla nicht. Ein besonderes Gefährdungspotenzial sei dort nicht bekannt. Ein Anwohner hatte hier zumindest Tempo 50 anregt. "Ich verstehe den Wunsch und, dass sich Eltern Sorgen um ihre Kinder machen", sagt Ortsvorsteherin Beate Clasen. Aber die Örtlichkeit gebe es nicht her, dass die Geschwindigkeitsrichtlinien weiter unterschritten werden. "Ich würde mir wünschen, dass alle Kinder überall unbeschwert spielen könnten. Aber das ist leider nicht möglich", bedauert sie.

Ernst Simmes weist darauf hin, dass die Straße schmal sei und jeder Autofahrer daher angehalten, sich den Bedingungen gemäß zu verhalten. Der ehemalige Polizeibeamte betont, dass er ein Befürworter von Tempo-30 sei. Jedoch solle sich die Geschwindigkeitsreduzierung nicht nur auf einige Abschnitte beziehen, sondern generell in geschlossenen Ortschaften gelten. "Das würde bedeuten, dass mit dem Ortsschild nur noch 30 km/h gefahren werden darf", so Simmes.

Quelle: RP
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