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Weeze
Tod des Flüchtlingskindes gibt weiter Rätsel auf

Weeze: Tod des Flüchtlingskindes gibt weiter Rätsel auf
In der großen Eventhalle am Airport lebte auch die syrische Familie, die jetzt einen Sohn verlor. FOTO: markus van offern
Weeze. Die Todesursache des Jungen aus der Flüchtlingsunterkunft am Weezer Flughafen ist weiter ungeklärt. Die Untersuchung in der Rechtsmedizin Duisburg habe keine Hinweise auf Fremdverschulden gegeben, teilten Polizei und Staatsanwalt Mittwoch mit. Von Sebastian Latzel

Wie berichtet, war der Vierjährige in der Nacht zu Dienstag im Krankenhaus gestorben, nachdem seine Eltern ihn am Abend leblos in die Krankenstation der Unterkunft gebracht hatten.

Die Todesursache sei nicht eindeutig festzustellen, hieß es Mittwoch nach der Obduktion. Die Staatsanwaltschaft Kleve hat weitere gerichtsmedizinische Untersuchungen in Auftrag gegeben. Die Bezirksregierung Düsseldorf hatte am Dienstag eine Medikamentenvergiftung als mögliche Todesursache angegeben.

Betreut werden die Flüchtlinge vom DRK. Sprecher Thomas Braun erläuterte, dass die Familie mit den Jungen zur Krankenstation in der Unterkunft gekommen sei. Das Kind habe 39,1 Grad Fieber gehabt, und die Krankenschwester habe ihm nach Rücksprache mit einem Arzt Paracetamol verabreicht. Daraufhin habe sich eine Besserung eingestellt. Am nächsten Tag habe der Junge nur noch 37,9 Grad Temperatur gehabt. Daher sei, wieder in Rücksprache mit dem Arzt, die Dosis heruntergesetzt worden. "Der Verlauf schien unproblematisch zu sein, daher gab es keinerlei Veranlassung, weitere Maßnahmen einzuleiten", so Braun.

Am Montag habe sich der Zustand des Jungen dramatisch verschlechtert. Als die Eltern das Kind zur Behandlung brachten, hatte es schon keine Vitalfunktionen mehr. Ein Sanitäter begann sofort mit der Reanimation, während der Rettungswagen auf dem Weg war.

Da habe man auch die Mitteilung bekommen, dass dem Kind ohne Absprache ein arabisches Medikament verabreicht worden sei, das aus den Reihen der Flüchtlinge gekommen sei. Die Rettungssanitäter hätten das Mittel mitgenommen, damit es untersucht werden kann. Aus Sicht des DRK hat sich das Personal absolut richtig verhalten. "Wir würden immer wieder so vorgehen, wenn aber auf eigene Faust Mittel verabreicht werden, ist das unkontrollierbar", sagt Braun.

Dass Paracetamol gegeben werde, sei Routine. Nach den Strapazen der Flucht hätten viele Menschen eine Erkältung. Alles geschehe aber in Rücksprache mit dem Arzt, und Medikamente müssen immer unter Aufsicht eingenommen werden.

In der Krankenstation der Weezer Einrichtung ist täglich von 8 bis 16.30 Uhr Sprechstunde. Dann ist immer eine Krankenschwester vor Ort. Zusätzlich kommt dreimal in der Woche ein Arzt hinzu. Eine medizinische Betreuung rund um die Uhr gibt es nicht. Alle Sozialbetreuer, die in der Unterkunft arbeiten, seien aber in Erster Hilfe geschult und würden im Notfall schnell Hilfe ordern.

Quelle: RP
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