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Kevelaer
Uhu-Pärchen in Kevelaer gesichtet

Kevelaer: Uhu-Pärchen in Kevelaer gesichtet
Zwei Uhus sind in Kevelaer heimisch geworden. Das Frühjahr ist für sie und auch für alle Vogel-Freunde eine spannende Zeit: Im März legen Uhu-Weibchen in der Regel ihre Eier. Schlüpfen könnte der Nachwuchs dann im April. FOTO: Gottfried Evers
Kevelaer. Zwei Exemplare der größten deutschen Eulenart nisten im Wallfahrtsort. Der Nachwuchs könnte im April schlüpfen. Von Emily Senf

Lautstark hallten die Rufe durch Kevelaers Innenstadt; ein Uhu-Männchen bei der Balz. In der Abenddämmerung rief der Vogel Ende Januar mehrfach nach einem weiblichen Gegenstück - mit Erfolg, so scheint es. Denn seit Kurzem sind zwei Exemplare der größten deutschen Eulenart im Wallfahrtort unterwegs. Im April könnte der erste Nachwuchs schlüpfen.

Dass es Eulen und andere Tiere immer näher an und teils sogar in die Städte zieht, sei kein neues Phänomen, sagt Theo Mohn von der Nabu-Ortsgruppe Kevelaer. Im Osnabrücker Dom habe einst sogar ein Eulenpärchen gebrütet und seine Jungen aufgezogen. Für den Wallfahrtsort aber sei der Besuch der beiden Uhus "ein ganz komisches Kuriosum", sagt der Vogelexperte. "Dass sie da sind, ist eine erfreuliche Nachricht." Er selbst hat ihren Weg noch nicht gekreuzt, denkt aber: "Das Männchen könnte das gleiche sein, das im vergangenen Jahr in Straelen gesichtet wurde."

Der Uhu ist ein durchaus imposantes Tier. Er wird circa 60 bis 70 Zentimeter groß und kann eine Spannweite von 1,80 Meter haben. Uhus jagen normalerweise Kaninchen, Ratten und Igel. Wie alt die Tiere werden können, darüber gebe es keine verlässlichen Aussagen, meint der Nabu-Mitarbeiter. Ausschlaggebend dafür seien ihr Umfeld und wie viel Nahrung sie jagen können. Aber auch ihre große Spannweite kann den Uhus frühzeitig zum Verhängnis werden. "Sie haben Probleme mit Starkstromleitungen", formuliert es Mohn.

Nur wenige Kevelaerer werden das Glück haben, das Pärchen zu Gesicht bekommen. Uhus jagen nachts und verbringen den Tag in einer ruhigen Ecke abseits des menschlichen Trubels. "Sie sind da nicht sehr wählerisch", sagt Mohn. In manchen Gegenden leben die Tiere in Felsspalten, in anderen in verlassenen Kiesgruben hinter Gestrüpp. Die Kevelaerer Uhus hätten den Turm der Basilika bereits ausgekundschaftet, berichteten Zeugen dem Vogelexperten. "Der Kirchturm ist sehr dicht, da können sie nirgendwo rein, aber vielleicht schaffen sie es ja am Türmchen über dem Chor", spekuliert Mohn. Sobald sie sich ein Nest eingerichtet haben, werde man sie wahrscheinlich erst wieder sehen, wenn sie sich auf die Suche nach Nahrung für ihre Jungen begeben. Damit könnte es bald so weit sein. Im März legen Uhu-Weibchen in der Regel ihre Eier. Schlüpfen könnte der Nachwuchs dann im April.

Auf die Meldungen, dass ein Uhu in Duisburg in den vergangenen Wochen zwölf Lämmer gerissen hat und ein besonders aggressiver Uhu in den Niederlanden Dutzende Menschen bei etlichen Angriffen verletzt hat, reagiert Mohn ungläubig. "Eulen sind absolut nicht aggressiv", meint er. Schleiereulen habe der Vogelexperte einst sogar mal in einem ihrer Verstecke gestreichelt. Sie würden sich eher zurückziehen als angreifen. Die beschriebenen Attacken seien "extrem außergewöhnlich".

Die Kevelaerer werden sich in einigen Wochen übrigens wieder von der Uhu-Familie verabschieden müssen. Sobald die Eltern ihre Jungen aufgezogen haben, verlassen die Einzelgänger das Nest und zerstreuen sich.

Der Nachwuchs sucht sich sein Revier teils Hunderte Kilometer entfernt. Das Männchen allerdings könnte im nächsten Jahr zurückkehren und in Kevelaer nach einer neuen Partnerin rufen.

Quelle: RP
 
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