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Weeze
Ulrich Francken mit überwältigender Mehrheit gewählt

Ulrich Francken mit überwältigender Mehrheit in Weeze gewählt
Ulrich Francken ist neuer Bürgermeister von Weeze. FOTO: Nik
Weeze. Als einziger Bewerber ist Ulrich Francken von der CDU am Sonntag bei der Bürgermeisterwahl in Weeze angetreten. Die Bürger sprachen ihm mit 88,79 Prozent ihr Vertrauen aus. Von Sebastian Latzel

Zweimal ist Ulrich Francken bereits als Bürgermeister-Kandidat angetreten. Die Wahl diesmal war für ihn sicher die komplizierteste. Denn da es keinen Gegenkandidaten gab, musste Francken die richtige Balance für den Wahlkampf finden. "So war jetzt jede Stimme, die ich nicht bekomme, eine Stimme gegen mich und nicht für einen anderen Kandidaten", hatte er im Vorfeld die schwierige Situation erläutert.

Ganz auf klassischen Wahlkampf verzichten wollte er nicht, denn dann hätte es den Vorwurf gegeben können: "Der hat es wohl nicht nötig." Ziel sei gewesen, Informationen herüber zu bringen. Er habe dazu viele Hausbesuche gemacht, war in den Neubaugebieten "Klinken putzen" gegangen. Francken war wichtig, zu zeigen, dass er ein Bürgermeister für alle ist. "Ich denke, dass mir das gelungen ist. Das zeigt auch das Wahlergebnis", sagte der Bürgermeister gestern Abend, als er sich nach der Wiederwahl eine Zigarre schmecken ließ. "Ich kann mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein, darauf kann ich bei meiner Arbeit aufbauen." Die Arbeit im Wahlkampf habe sich gelohnt. Er bedankte sich ausdrücklich bei allen, die ihn unterstützt hatten. "Denn so etwas macht man nie alleine."

Wichtig war ihm der Wahlkampf auch, um möglichst viele Leute zur Stimmabgabe zu ermutigen. "Mir ist es wichtig, eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen, mindestens 50 Prozent der Wähler sollten schon zur Urne gehen", hatte Francken als Ziel ausgegeben.

31,34 Prozent waren es am Ende nur. Diese Zahl machte auch Francken nachdenklich. "Das ist sehr schade. Hier müssen wir ansetzen." Auch für die Wahlbeteiligung wäre es sicher besser gewesen, wenn es einen Gegenkandidaten gegeben hätte. So hätte der eine oder andere bereits gedacht: Die Wahl ist doch sowieso entschieden.

Aber für die Situation könne er nun einmal nichts. Wichtig sei jetzt, sich auf die anstehenden Aufgaben in Weeze zu konzentrieren.

Ganz oben steht da die Hilfe für die zahlreichen Flüchtlinge in der Gemeinde. Wie berichtet, werden die Aufnahme-Kapazitäten am Flughafen ausgeweitet. Zu den 300 Asylsuchenden in der Notunterkunft kommen bald 950 in der Eventhalle dazu.

In der schwierigen momentanen Situation müssten alle Kommunen helfen, so Francken. "Mit den bestehenden Einrichtungen auf dem Flughafen und auch den geplanten Unterkünften sind wir als Kommune bereits unterstützend tätig. Die Einrichtungen und die dort lebenden Flüchtlinge werden von haupt- und ehrenamtlichen Kräften betreut und unterstützt. Weitere Plätze können wir nicht zur Verfügung stellen. Die Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben, waren positiv. Gerne helfen wir der Bezirksregierung und den Menschen, die in großer Not und Bedrängnis geflüchtet sind", sagt der Bürgermeister. Aufgabe der Gemeinde sei jetzt, die Hilfe für die Flüchtlinge zu koordinieren. "Viele Menschen in Weeze wollen helfen, da müssen wir ansetzen und Anlaufstelle sein", sagt Francken.

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