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Kevelaer
Umgehung: Biber auf Trasse entdeckt

Kevelaer. Es gibt Hinweise, dass der Nager wieder in der Region unterwegs ist. Daher muss das auch bei der geplanten OW 1 geprüft werden. Von Sebastian Latzel

Die unendliche Geschichte der geplanten Südumgehung Kevelaer ist um ein weiteres Kapitel reicher. Da im Bereich der geplanten Trasse von der Marienstadt Richtung Autobahnanschluss Sonsbeck der Biber entdeckt wurde, hatte die Bezirksregierung von der Behörde StraßenNRW ein Artenschutzgutachten verlangt. Bereits im April hatte Franz Heckens von der Stadtverwaltung im Ausschuss für Stadtentwicklung mitgeteilt, dass das Fachgutachten bei der Bezirksregierung eingereicht sei, dort werde das jetzt bearbeitet.

In die Diskussion hat sich die CDU eingeschaltet. Dr. Jutta Bückendorf stellt klar: "Wenn man in Düsseldorf den Habitatschutz und die Lebensqualität eines imaginären Nagetiers, dessen Vorhandensein nur aufgrund nicht eindeutig identifizierter Fraßspuren angenommen wird, so hoch einstuft, dass ein seit mehr als 60 Jahren in Planung befindliches Bauprojekt erneut um Monate oder sogar Jahre verzögert werden kann, wie viel mehr Dringlichkeit muss dasselbe Bauvorhaben bekommen, wenn durch seine Nichtfertigstellung die Lebensqualität und Gesundheit einiger Hundert real existierender Menschen in Kevelaer nachhaltig beeinträchtigt sind?", so die Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Kevelaer-Mitte.

Von Seiten der Bezirksregierung hieß es gestern, dass der Biber im Genehmigungsverfahren natürlich berücksichtigt werden müsse. "Es handelt sich bei dem Tier schließlich um eine streng geschützte Tierart", sagt Stefanie Klockhaus, Sprecherin der Bezirksregierung. Wenn der Nager in dem Bereich vermutet werde, müsse das geprüft werden. Daher sei das Artenschutzgutachten nötig gewesen. "Wir erwarten durch das Auffinden des Bibers aber keine Verzögerung des Genehmigungsverfahrens", erläutert sie. Das Planfeststellungsverfahren für die Umgehung sei weit fortgeschritten. Termine für eine mögliche Genehmigung könne man jetzt aber noch nicht nennen.

Eine ausführliche Stellungnahme zu dem Thema soll in der kommenden Woche auch der Bürgerinitiative "Pro OW1" zugehen. Der Brief der Bezirksregierung sei fertig und werde in Kürze nach Kevelaer geschickt. Der CDU-Ortsverband Kevelaer-Mitte hat in der Sache Gespräche mit der Interessengemeinschaft "Pro OW1" geführt, weil diese ein Luftschadstoff-Screening an der Rheinstraße in Kevelaer gewünscht hatte. "Diesen Antrag wollen wir unterstützen und in den Stadtrat einbringen", so die CDU-Ortsverbandsvorsitzende Jutta Bückendorf. Über den Antrag wird in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am Donnerstag, 9. Juni, beraten.

"Wir wollen, soweit dies von den Bürgern auf der Kevelaerer/Sonsbecker Straße in Winnekendonk gewünscht wird, auch dort entsprechende Messungen vornehmen lassen", ergänzt ihr CDU-Kollege Helmut Baues. Dazu Baues: "Neben dem latenten Sicherheitsrisiko durch den massiven Verkehr und die bereits aktenkundige Lärmbelastung ist auch die Belastung der Anwohner mit Schadstoffen ein Thema, das Anlass zur Sorge gibt." Es sei sicherlich dazu geeignet, als zusätzliches Argument für die Fertigstellung der OW1 ins Feld geführt zu werden.

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