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Kevelaer
Umgestaltung der Niers muss warten

Kevelaer: Umgestaltung der Niers muss warten
Paddeln auf der Niers erfreut sich großer Beliebtheit. Die Verantwortlichen beim Niersverband betonen, dass das auch nach der Umgestaltung weiter möglich sein soll. FOTO: Niederrhein Tourismus
Kevelaer. Der Flusslauf soll verändert werden. Während es in Kevelaer weitergeht, muss Goch-Kessel warten. Ende 2014 wurden die Pläne eingereicht, Ende 2015 gab es einen Erörterungstermin. Seitdem wartet der Niersverband auf den Bescheid der Bezirksregierung. Von Michael Baers

Von wegen "alles im Fluss". Mag der aus dem Griechischen stammende Sinnspruch auf den generellen Lauf der Niers auch zutreffen, in Sachen geplanter Umgestaltung im nördlichen Bereich von Kessel tut sich nichts.

Zum Jahreswechsel 2014/2015 war das Vorhaben des Niersverbandes bekannt geworden und in die öffentliche Auslage gegangen. "Die Niers soll auf einer Strecke von insgesamt etwa 1,1 Kilometern in einem neuen Hauptlauf über angrenzende Flurstücke geführt und naturnah gestaltet werden. Neben einer Laufverlängerung und -verbreiterung wird der Planungsraum mit Strukturelementen ausgestattet, um eine eigendynamische und dem Leitbild entsprechende Gewässer- und Auenentwicklung zu initiieren." Dadurch soll es künftig möglich sein, "kleinere Hochwasserereignisse in der Aue" besser abzufangen. So ist es jedenfalls im "Antrag auf Planfeststellung" des Niersverbandes zu lesen, der sich auf den Teilbereich A "Kranenburger Straße" und Teilbereich B "Romberg" bezieht.

Kritik kam damals vom BUND. Als "ökologische Ödeme" hatte Karl-Heinz Burmeister die geplanten "Sekundär-Auen" bezeichnet. "Derartige Biotope kennt man schon aus Parkanlagen, Tiergärten und Privat-Großgärten, aber nicht aus der freien niederrheinischen Landschaft. Das ist Geschmackssache. Aber nicht unser", so Burmeister im Februar 2015. An dieser Einstellung hat sich bis heute nichts geändert, lediglich die Formulierung "ökologische Ödeme" würde Burmeister nicht mehr verwenden.

Folglich kann es ihm nur Recht sein, dass sich die zuständige Bezirksregierung in Düsseldorf mit einer Entscheidung offenbar Zeit lässt. "Der Beschluss zur Renaturierung der Niers im Bereich Kessel/Goch ist in Bearbeitung. Eine Planfeststellung im Bereich Kessel/Goch wird voraussichtlich nach den Sommerferien erfolgen", so Behördensprecher Christian Brämswig.

Das wiederum hätte zur Folge, dass sich der Baubeginn verschiebt. "Ich will es mal so sagen: Wenn wir in diesem Sommer Bescheid bekämen, gehen wir vom Start zwei Jahre weiter aus", sagt Jörg Langner, beim Niersverband Fachbereichsleiter Gewässer. Hinzu komme noch, dass der Verband zunächst die notwendigen Mittel in den neuen Haushalt einstellen müsse und es überdies bei solch einer Maßnahme immer auch Auflagen (wie zum Beispiel Kartierungen von dort lebenden Tierarten) geben kann, die vor dem Beginn der eigentlichen Arbeiten noch erfüllt werden müssen.

Also irgendwie doch: "Alles im Fluss". Und deswegen ändert sich mindestens bis 2018 am Verlauf der Niers im Norden Kessels wohl nichts.

Quelle: RP
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