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Kevelaer
Umweltministerin lobt Achterhoek

Kevelaer: Umweltministerin lobt Achterhoek
Ministerin Barbara Hendricks (2.v.r.) ließ sich von Jörg und Romy Werner zeigen wie die Hühner auf dem "Möllenhof" in Achterhoek gehalten werden. FOTO: Evers
Kevelaer. Verschiedene Betriebe und Umweltprojekte wurden bei einer zweistündigen Tour mit der SPD-Politikerin Dr. Barbara Hendricks aus Kleve vorgestellt. Diese war von dem Engagement in dem kleinen Ort sehr angetan. Von Christoph Kellerbach

Bei ihrem Info-Besuch beim örtlichen "Natur und Kultur"-Verein (NuK) machte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks deutlich: "Um das dörfliche Leben für die Zukunft zu stärken, braucht es Kristallisationspunkte wie hier, bei denen die Landwirtschaft im Einklang mit dem Umweltschutz eine starke Gemeinschaft bildet. Ich denke, dass das im Interesse der Gemeinschaft ist, im Interesse von allen." Damit bezog sie sich auf die Arbeit des Vereins für "Natur und Kultur im Achterhoek". Vorsitzender Rainer Verhülsdonk erklärte: "Der 'NuK' wurde vor ein paar Jahren gegründet, denn wir hatten Ideen, formulierten Ziele und wollten die Ärmel hochkrempeln, um diese dann einfach umzusetzen. Naturschutz kann man nur mit den Menschen machen, die auch hier arbeiten. Man muss in den Dialog gehen, um Vorurteile abzubauen, denn biologisch ist es 5 vor 12. Der Insektenrückgang führt zum Vogelsterben und so weiter. Aber wie Luther schon sagte: 'Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen'. Auch wenn ich hoffe, dass es noch nicht so weit ist." Nach einem Grußwort von Kevelaers Bürgermeister Dominik Pichler, der noch einmal die Wichtigkeit von Achterhoek und deren "NuK"-Engagement als Vorbildfunktion betonte, fing die Besichtigung verschiedener Betriebe an. Beim "Möllenhof" erläuterten Inhaber Jörg und Romy Werner die natürliche Herangehensweise an die Hühnerhaltung. In der daneben liegenden "Singendonkschen Achtkantmühle" stellte Jürgen Bey die Privatbrauerei Kelderhorst vor, bevor Bernhard und Michael Stenmans ihren Schweinemastbetrieb "Boomshof" präsentierten.

Danach folgte eine Dorfrundfahrt durch Achterhoek, bei der verschiedene Naturschutzprojekte, eine Station im Mehrgenerationengarten der Familie Baaken sowie ein Halt an der Vereinswiese des "NuK" auf dem Programm stand. Immer wieder nahm sich Dr. Barbara Hendricks Zeit, um auf verschiedene Fragen einzugehen. Das Fördern einer weiteren Kreativschmiede für ländliche Betriebe und eine weitere Verbesserung der Grundwasser- und Gülleverordnung wurden diskutiert. Schließlich kamen alle Beteiligten in der Feldscheune der "NuK"-Geschäftsstelle an. Dort übergab Geschäftsführer Matthias David einen Umschlag mit acht Fragen an die Bundesumweltministerin. Diese nahm sich am Ende auch noch die Zeit, um mit Amelie David (13) und Paula Bey (13) von der "NuK"-Jugendgruppe zu reden. Diese kümmert sich nämlich seit mehr als einem Jahr um ein sauberes Achterhoek und fragte unter anderem, weshalb man nicht Mikroplastik in Produkten direkt verbieten könnte, was Hendricks damit erklärte, dass dies an den problematischen europaweiten Handelsrichtlinien liegen würde.

"Das gesamte Engagement in Achterhoek ist beispielgebend", so Hendricks Fazit. "Hier ist so viel vernetzt, hier wird so viel gemacht und immer nachgedacht, was das Dorf benötigt." Matthias David freute sich: "Ich bin zufrieden mit dem Besuch, weil er nicht zum Wahlkampf benutzt wurde, sondern die Ministerin richtig zugehört hat." Rainer Verhülsdonk sagte abschließend: "Das war nicht Wischi-Waschi, sondern es wurde konkret miteinander geredet. Und wir sind uns alle einig: Egal was man tut, es geht alles nur gemeinsam!"

Quelle: RP
 
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