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Weeze
Unbezahlbare Feuerwehr

Weeze. Die Freiwillige Feuerwehr in Weeze wird zwei neue Einsatzfahrzeuge erhalten. Nach der Wiederwahl von Leiter Peter Cox wird auch sein Stellvertreter Gerd Ripkens eine weitere Amtsperiode antreten. Von Stefan Gilsbach

33 Jahre ist es her, dass Gerd Ripkens erstmals die blaue Uniform anzog. "Kollegen, die bei der Feuerwehr waren, hatten mich gefragt, ob ich nicht mitmachen wollte", erinnert sich der Kfz-Mechaniker. Damals hätte er kaum damit gerechnet, einmal stellvertretender Leiter der Weezer Wehr zu werden. Das war im Jahr 2004. Ab April wird er diesen Posten für weitere sechs Jahre antreten. "Technik ist mein Ding", sagt Ripkens. Er ergänze sich gut mit Wehrleiter Peter Cox, der sich hauptsächlich um Organisatorisches kümmere.

Weitermachen

Für Cox war schon im vergangenen Jahr klar, dass er weiter machen würde. Er wurde am 13. Februar 2009 erneut zum Gemeindebrandinspektor bestellt. Cox ist seit mehr als 35 Jahren bei der Feuerwehr und trägt seit 2006 das Ehrenkreuz in Gold. Michael Winthuis ist seit zwei Jahren Führer der Löschgruppe Wemb, seit einem Jahr ist er Brandinspektor.

Bürgermeister Ulrich Francken hatte gestern zu einem Pressetermin in die Weezer Wache gebeten. "Wir möchten einmal die Personen in den Vordergrund rücken", sagte Francken. Die Leistung der Feuerwehrleute sei buchstäblich unbezahlbar für die Gemeinde. "Durch die neuen Brandbedarfspläne sind die Anforderungen noch höher geworden." Das bedeutet unter anderem, dass innerhalb von acht Minuten Hilfe vor Ort sein muss. Außerdem müssen die Einsatzfahrzeuge regelmäßig ersetzt werden. Die Weezer Feuerwehr wird im Sommer zwei neue Fahrzeuge bekommen. "Das eine ist ein Logistikfahrzeug, das andere ein Hilfeleistungslöschfahrzeug", erklärt Cox. Die Löschgruppe Wemb wurde in den vergangenen Jahren bereits um einen Mannschaftswagen aufgestockt – früher wurde oft mit dem eigenen Auto zum Einsatzort gebraust. "Außerdem wurde die Mannschaft verjüngt", sagt Michael Winthuis. Bis zum 60. Lebensjahr, in Ausnahmefällen auch bis 63, können die Aktiven ihren Dienst ausführen. Ab 50 Jahren sind jährliche Gesundheits-Checks üblich.

Nachwuchssorgen hat die Feuerwehr Weeze nicht. Die Jugendfeuerwehr zählt 18 Köpfe, der Löschzug Weeze hat 49 Aktive, die Löschgruppe Wemb 32. Im vergangenen Jahr gab es 85 Einsätze. Das Feuerlöschen ist übrigens nicht mehr die Hauptaufgabe. Cox: "Meist geht es um technische Hilfeleistungen."

Ein Problem sei die Bereitschaft tagsüber. Die neue Arbeitswelt mit dem Anspruch der ständigen Verfügbarkeit beißt sich mit dem Feuerwehr-Engagement. Manche Unternehmen seien nicht bereit, Feuerwehrleute einzustellen, beklagt Peter Cox. "Die sagen sich: Sobald die Sirene geht, ist der Mitarbeiter weg." In Weeze gebe es aber viele tolerante Unternehmer.

Quelle: RP
 
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