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Kevelaer
Urban Gardening: Garten zum Mieten

Kevelaer: Urban Gardening: Garten zum Mieten
Gelderns Wirtschaftsförderin Ute Stehlmann beim Gärtnern in ihrer eigenen kleinen Parzelle im Bauerngarten St. Bernardin. FOTO: Gerhard seybert
Kevelaer. Gelderns Wirtschaftsförderin Ute Stehlmann macht es vor: Gärtnern geht auch ohne eigene Grünfläche. In der Anlage um St. Bernardin in Kapellen ist das möglich. Umweltpädagogin Helga Kaczmarek gibt Rat. Von Bianca Mokwa

Wenn Ute Stehlmann zu ihrem Garten möchte, öffnet sie nicht die Terrassentür, sondern setzt sich aufs Fahrrad und radelt los. Denn ihr kleines Stück Erde, das sie bewirtschaftet, liegt auf dem Gelände der Wohnanlage St. Bernardin in Kapellen. "Urban Gardening" heißt der Trend, der vor allem in Großstädten populär ist.

Mehrere Menschen schließen sich zusammen und bewirtschaften gemeinsam eine Fläche. Die Vorteile liegen für Helga Kaczmarek auf der Hand, sie begleitet das Projekt. "Nicht jeder möchte die Verpflichtung wie bei einem Schrebergarten eingehen", sagt die Projektleiterin. Aber für denjenigen, der zu Hause weder Garten noch Balkon hat, um etwas anzupflanzen, ist das Urban Gardening eine tolle Alternative. Aktuell gibt es in St. Bernardin dafür fünf Beete. Dafür bezahlen die Hobbygärtner 50 Euro im Jahr, ein Anerkennungsbeitrag zugunsten des Naturschutzbundes (Nabu). Die urbanen Gärtner kommen aus Sonsbeck, Kevelaer, Kapellen und zwei aus Geldern. Eine davon ist Kaczmarek selbst. "In meinem Beet bin ich Privatperson. Da kann ich wurschteln wie ich will", sagt die Projektleiterin lachend. Dort hat sie mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie ihre Hobby-Kollegen.

Das Motto "Weniger ist mehr" steht den hochmotivierten Gärtnern oft im Weg. Irgendwann ist die Größe des Beets erschöpft. "Kartoffeln, Erdbeeren, Kohlrabi, Salat, peruanischer Sauerklee, marokkanische Minze, Erdbeerspinat, Schalotten, Blumen und diverses andere", zählt Kaczmarek auf, was sich in ihrem Beet tummelt. Wer es sieht, kann es kaum glauben, dass das alles Platz findet. Auf ihre geliebten Buschbohnen musste sie schweren Herzens verzichten. Dafür stehen die Haferwurzel als historisches Gemüse und die Schwarzwurzel mit im Beet. Das ist eine Vereinbarung. Denn die Beete der Hobby-Gärtner liegen neben dem Bauerngarten von St. Bernardin mit den historischen Gemüsesorten. Dass bestimmte Sachen stehen bleiben, das ist halt so.

"In der Größe ist Garten Entspannung", sagt Stehlmann. Die Beete sind etwa 20 Quadratmeter groß. Ein bisschen Ordnung muss schon sein. Deswegen hat sie sich einen Plan gemacht und das kleine Stück Erde in sieben Quadrate aufgeteilt. Auf jeden Fall werden in ihrem Beet Tomaten wachsen. "Die esse ich so gern", sagt Stehlmann. Und eine Gärtnerweisheit hat sie auch schon verinnerlicht. "Was man gerne zusammen isst, das wächst auch gerne zusammen", sagt sie. Deswegen gibt es auch Basilikum im Beet. Etwas weiter entfernt wartet ihre Exotin, die Artischocke, auf Sonnenschein. Während des Gärtnerns schauen ihr immer wieder Besucher des Bauerngartens über die Schulter, andere Hobbygärtner und die Bewohner von St. Bernardin. Aber dieses "offene Gärtnern" hat seinen Reiz. Und wenn Ute Stehlmann nach getaner Gartenarbeit nach Hause fährt, nimmt sie sich Pflücksalat und ein paar Radieschen fürs Abendessen mit - frisch geerntet, versteht sich.

Demnächst sollen noch zwei bis vier Parzellen dazu kommen, verrät Helga Kaczmarek. Dieses Stück Land hat aber in diesem Jahr noch Pause und dient als "Insektenbuffet". Wer Fragen zu dem Projekt hat oder Interesse an einem Beet in St. Bernardin, der erreicht Projektleiterin Helga Kaczmarek telefonisch unter 02838 96544.

Quelle: RP
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