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Kevelaer
Ursula von der Leyen kontrolliert in Uedem den Luftraum

Kevelaer. Die Verteidigungsministerin besuchte den Nato-Stützpunkt am Paulsberg in Uedem. Übernachtung auf Schloss Wissen. Von Anja Settnik

Nicht zuletzt die Ereignisse des 11. September 2001 hatten dazu geführt, dass der Luftwaffenstandort Kalkar-Uedem ausgebaut wurde. Während die Terrorbedrohung in Deutschland lange Zeit höchstens latent vorhanden schien, ist nun klar: Auch hierzulande ist die innere Sicherheit fragil. Nach den jüngsten terroristischen Gewalttaten in Frankreich, Belgien und Deutschland hat die "Sommertour" von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen eine besondere Aktualität. Gestern besuchte sie die Operationszentrale Luftwaffe, das Herzstück des Zentrums Luftoperationen in Uedem.

Gelandet in Düsseldorf, hatte die Ministerin in Schloss Wissen übernachtet, von wo aus sie morgens zum Paulsberg in Uedem gefahren wurde. Bis sie gegen 11.30 Uhr von der Flugbereitschaft der Bundeswehr von Weeze aus zurück nach Berlin geflogen wurde, war Zeit genug, sich von der Führung des Doppelstandorts informieren zu lassen. In Begleitung der Bürgermeister der "Garnisonsstädte" Kalkar und Uedem, Britta Schulz und Rainer Weber, besichtigte von der Leyen die Operationszentrale. Sie begrüßte mehrere Mitarbeiter von Luftwaffe, Bundespolizei und Katastrophenschutz persönlich und ließ sich ihre Tätigkeiten erläutern. Im abschließenden Pressegespräch zeigte sie sich beeindruckt von der Arbeitsweise im Lagezentrum. "Hier funktioniert offenbar die ressortübergreifende Zusammenarbeit."

Im Nationalen Lage- und Führungszentrum wird von zig Computern aus 24 Stunden am Tag per Radar der deutsche Luftraum überwacht. Übergroße Bildschirme zeigen sämtliche zivile und militärische Flugbewegungen. Zehn Mitarbeiter von Bundespolizei, Luftwaffe, Flugsicherung und Bundesamt für Katastrophenschutz sitzen an den Geräten und haben täglich etwa 10. 000 Flugbewegungen im Blick. Jede Auffälligkeit wird überprüft, jeder Mitteilung wird nachgegangen. Mehrmals am Tag geschehe es, dass der Kontakt zwischen einem Flugzeug und der Bodenstation verloren gehe. Im überwiegenden Teil der Fälle sei dies der Unaufmerksamkeit des Piloten geschuldet. Etwa einmal in der Woche müsse aber, weil auf einen Funkspruch nicht reagiert werde, schärferes Geschütz aufgefahren werden. Dann wird eine im ostfriesischen Wittlar oder in Neuburg an der Donau beheimatete Alarmrotte aus zwei Abfangjägern hochgeschickt, um das Flugzeug zu Boden zu begleiten. "In praktisch allen Fällen, bei denen die Abfängjäger plötzlich neben der Pilotenkabine auftauchen, funktioniert das Funkgerät, das vorher kaputt zu sein schien, plötzlich wieder", scherzte Wundrak. Sechsmal seit dem Bestehen des Zentrums Luftoperationen musste jedoch von einem terroristischen Akt ausgegangen werden - der es zum Glück nie war.

Rund 1500 militärische und zivile Stellen gibt es derzeit in Kalkar und Uedem. In beide Standorte sollen in den kommenden Jahren rund 40 Millionen Euro investiert werden.

Quelle: RP
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