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Kevelaer
Veerts Schätze haben eine neue Heimat

Kevelaer: Veerts Schätze haben eine neue Heimat
Franz Kubon, Heinz Manten, Hans-Joseph Klümpen, Franz-Josef Spolders, Karl-Heinz Pastoors, Jürgen Giesen und Josef Dicks (v.l.) mit einer über 100 Jahre alten St.-Martin-Standarte in der neuen Heimatstube Veerts. FOTO: Markus van Offern
Kevelaer. Die Brauchtumsgruppe des Heimat- und Verschönerungsvereins hat mehr Platz bekommen. Ab sofort wird auf der Veerter Dorfstraße historisches Material gesammelt und gesichtet. Aufruf an die Bürger: Alte Dokumente bringen. Von Bianca Mokwa

Einige Bilder und historische Karten hängen bereits an den Wänden, das hölzerne Schild "Heimatstube" soll erst noch restauriert werden. Die Heimatstube in Veert hat einen neuen Platz bekommen und sich damit von einem vier mal vier Meter messenden Raum auf 60 Quadratmeter vergrößert. Sehr zum Vergnügen von Karl-Heinz Pastoors, Jürgen Giesen und Franz Kubon. Sie treffen sich ab sofort immer dienstags in den neu gemieteten Räumen neben der Sparkasse auf der Veerter Dorfstraße.

"Es wurde auch Zeit", finden die Mitglieder der Brauchtumsgruppe des Veerter Heimat-und Verschönerungsvereins. Seit 1995 waren sie in dem kleinen Raum des alten Feuerwehrhauses auf der Schulstraße 6. "Im Laufe der 20 Jahre hat sich einiges an Material angesammelt", sagt Pastoors. Dafür ist in den neuen Räumen jede Menge Platz. Franz Kubon öffnet eine der Türen des deckenhohen Schranks. In den schwarz-weißen Ordnern befindet sich Veerter Geschichte. Wenn sich die Brauchtumsgruppe trifft, werden alte Fotos gesichtet. Die Männer versuchen, die Namen der abgebildeten Personen herauszufinden, heften aktuelle Zeitungsberichte über ihren Ort ab und archivieren weitere historische Texte. Kubon zeigt ein Foto mit der Nummer 2103, eine Hochzeitsgesellschaft aus dem Jahr 1956. Mittlerweile gibt es 2200 registrierte Fotos im Archiv des Heimat- und Verschönerungsvereins. Dazu kommen noch etwa 6000 weitere vom ehemaligen Dorffotografen Lothar Zerfaß, der seine Negative, 200 Filme, dem Verein vermacht hat. Damit ist die Brauchtumsgruppe ihrerseits gut aufgestellt, wenn Veerter Vereine Jubiläum feiern und Material für eine Festschrift brauchen. In Ausstellungen und Dia-Shows bringen sie den Veertern außerdem ihre Heimat näher.

Aber nicht nur Fotos lagern fein archiviert in den neuen Räumlichkeiten auf der Veerter Dorfstraße. Dort befindet sich auch eine kleine Bibliothek mit allem, was für Veert und Umgebung wichtig ist.

Neuzugang ist ein Buch über den Heiligen Martin, den Namenspatron Veerts. Ein echter Klassiker ist das Buch von Heinrich Valentin, Ur-Veerter und Rektor an der Schule in Sevelen, der im Buch "Veert" alle historischen Unterlagen über seine Heimat akribisch zusammengestellt hat. Erschienen ist das Buch 1977. 30 Jahre später erschien die Festschrift zum 700-Jährigen der Ortschaft. Eine Chronik, die auch gerade Neubürger interessieren dürfte, weil sie Veert in allen seinen Facetten zeigt.

Warum sich die Brauchtumsgruppe regelmäßig trifft, um das Archiv weiter auszubauen, darüber sind sich die mitwirkenden Männer einig. "Historie ist ein Stück Leben, das wirft man nicht einfach weg", sagt Kubon. "Das ist Heimat", sagt Ortsbürgermeister Heinz Manten.

Die Schlüsselübergabe nahm Hans-Joseph Klümpen vor. Auch er hält ein historisches Foto in den Händen. "So sah das früher hier aus", sagt der 78-Jährige. Wo heute die neue Heimatstube ist, wurde früher ein Landmaschinenhandel betrieben. Klümpen erinnert sich noch an die Zeit, als dort die Pferde beschlagen wurden.

Und da sind sie wieder: Die vielen Erinnerungen, die aus den Köpfen der Veerter sprudeln, die davon erzählen, dass sie bei Fußballspielen in Kindheitstagen als Veerter Kartoffelkäfer denunziert wurden. Aber jeder Ortsteil bekam damals sein Fett weg. Was die Veerter zusammenschweißt, ist ihr Heimatgefühl. "Ein Wir-Gefühl", nennt es Kubon. Durch die neue Heimatstube wird das konserviert. Wer den Heimat- und Verschönerungsverein unterstützen möchte, wer noch alte Fotos oder sonstige Texte und Dokumente über Veert hat, der kann sich bei Franz Kubon melden. Er ist zu erreichen entweder telefonisch unter 02831 86171 oder per Mail an franz-kubon@t-online.de.

Quelle: RP
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