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Weeze
Verband gegen Fluglärm: Weeze kein ,Musterknabe'

Die Bundesvereinigung gegen Fluglärm weist Ludger van Bebbers Aussagen zur Einstufung des Flughafens Weeze als nur regionalbedeutsam zurück. Der Landesentwicklungsplan sieht bekanntlich nur Düsseldorf, Köln-Bonn und Münster-Osnabrück als landesbedeutsam an.

Diese Airports sollen sich entwickeln dürfen, die anderen nur insoweit, als sie den großen damit nicht schaden. Nach Ansicht der Geschäftsführung des Weezer Flughafens und der Mehrheit im Kreistag wäre allein schon die Tatsache, dass ab Weeze deutlich mehr Passagiere fliegen als ab Münster, Grund genug, den grenznahen Airport in der Relevanz höher einzustufen. Dass das nicht zu erwarten ist, hat van Bebber bewogen, die Wettbewerbshüter aus Brüssel einzuspannen. Das wiederum ärgert die Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF), die sich zudem negativ über die wirtschaftliche Situation des Niederrhein-Airports äußert. Dass Ludger van Bebber für den Aufbau des privaten Airports gerade erst mit dem Managerpreis des Wirtschaftsforums Niederrhein ausgezeichnet wurde, weiß der BVF wohl nicht. Wenn doch, hält er die Ehrung offenbar keines Kommentars für würdig.

Helmut Breidenbach, der Präsident der Vereinigung, stellt sich auf die Seite der Landesregierung. Er sagt: "Das Land NRW tut gut daran, dem Wildwuchs bei der Flughafenplanung mit einer raumplanerischen Steuerung zu begegnen. Diese muss allerdings auch mit dem Bund und den angrenzenden Ländern abgestimmt sein." Die Kritik van Bebbers an der Landesplanung nennt Breidenbach "ein reines Ablenkmanöver". Denn der Flughafen Weeze kämpfe wie die anderen Regionalflughäfen "ums nackte Überleben".

Anders als vom Geschäftsführer dargestellt, sei der Airport Weeze kein wirtschaftlicher ,Musterknabe'. "Die ausgewiesenen Gewinne gehen auf einmalige Buchgewinne durch Grundstücksverkäufe und Hebung stiller Reserven sowie Einnahmen aus der Flüchtlingsunterbringung zurück." Seine Schulden in Höhe von 34,5 Millionen Euro gegenüber dem Kreis zahle er bislang nicht zurück; dies nennt die Vereinigung "verdeckte Subvention". Da die Europäische Kommission bis spätestens 2024 den kompletten Abbau von staatlichen Beihilfen verlange, sieht Breidenbach nicht, dass das Land seine Ausrichtung in Zukunft ändern könnte.

(nik)
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