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Kevelaer
Verhasselt: Comedy-Pfeile, die immer ins Schwarze treffen

Kevelaer. Der 1965 in Straelen geborene Stefan Verhasselt hat bislang alle seine Programme seit seinem Kabarett-Debüt 2006 auch in der Marienstadt gespielt. War er vor zwei Jahren noch "unterm Dach" der Begegnungsstätte, füllte sein Auftritt am Freitagabend das Bühnenhaus. Sein bislang viertes Programm "Wer kommt, der kommt" bleibt dabei dem bis dato entwickelten Stil des typischen Niederrheiners treu. Mit dem Finger am Puls der örtlichen Befindlichkeit erzählte er in entspannter Kuchentisch-Mentalität über all die kleinen, bizarren Eigenheiten, die er an sich und anderen Niederrheinern so über die Jahre entdeckt hat. Von Christoph Kellerbach

Ob es nun hohle Phrasen sind wie das Bestellen eines "ganzen Tisches" oder die Suche nach dem "letzten Rest" des Mittagessens: Stets mit einem verspielten Schmunzeln auf den Lippen war Verhasselt wie immer mit viel Spaß dabei seine Beobachtungen zu präsentieren, die für viel Gelächter im vollbesetzten Saal sorgten.

Von der Schnäppchenjagd deutscher Sparfuchs-Tanker, über das typische "Schöpp"-Gesicht seiner Mitmenschen, bis hin zu spontanen Füllsätzen über plötzliche Eichhörnchen-Sichtungen: Verhasselt spannte einen assoziativen Bogen, dessen Comedy-Pfeile eigentlich immer ins Schwarze trafen. Auch dem aus Internet, sozialen Netzwerken und ständiger Vernetzung bestehenden Zeitgeist wurde auf den Zahn gefühlt.

Egal, ob es "Let's Player" ging, die ihre Videospiel-Erlebnisse auf YouTube teilen, oder das ständige Geräusch, welches ankommende "WhattsApp"-Nachrichten machen: Das Publikum hing richtig an Verhasselts Lippen und sorgte an verschiedenen Stellen durch ihre Lacher für kleinere Pausen im Geschehen. Kein Wunder, wechselte der Kabarettist doch immer wieder spielend leicht zwischen Dialekt-Spaß und hochdeutschem Konkretisierungs-Humor.

Verhasselt lobte die Tatsache, dass "manche Menschen in der heutigen Zeit immer noch eine eigene Einstellung" haben und dass er sich fragt, wieso er denn nicht ein "Schrot und Korn" lesender "Bio-Bürger" geworden ist. Nach einer kurzen Pause meinte er: "Aber ich bin ja Niederrheiner und die können auf jeden Fall gut lachen."

Quelle: RP
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