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Kevelaer
Verhasselt in Kervenheim: Niederrhein-Eigenarten

Kevelaer. Der Kabarettist hält dem Publikum den Spiegel vor. Viel zu lachen im Festzelt zum Auftakt des Schützenfestes. Von Liss Steeger

Als Auftakt von Kirmes- und Schützenfest hatten die Geselligen Vereine Kervenheim-Kervendonk zur vierten Kabarettveranstaltung ins Festzelt eingeladen. Nicht alle Stühle musste Thomas Vloet mit seinem Team aufstellen. Zum zweiten Mal war Stefan Verhasselt zu Gast. Passend zu seinem Programmtitel "Wer kommt, der kommt", meinte er: "Schön, dass Sie gekommen sind. Wir hätten ja auch grillen können." Der Kabarettist spielte auf die warmen Temperaturen an. Dabei war das Festzelt gut durchgelüftet, und der Grillwagen vor dem Zelt war zur Pause startklar.

Verhasselt freute sich, dabei zu sein bei dieser "Party am Hotspot", niederrheinisch DMGS: "Da musse gewesen sein." Der "Stroelse Jung" hielt dem faszinierten und amüsierten Publikum den Spiegel vor: Es ging um das Hintertürchen, das wir uns immer und überall offenhalten. In Restaurants sind nicht Tische, sondern immer "ganze" Tische frei. Es gibt nicht Reste, sondern "letzte" Reste, und Dinge sind nicht neu, sondern "flammneu". Ständig fällt man auf "raffinierte" Salate rein, und das "Balsamico" des Niederrheins ist das Zuckerrübenkraut. Auf die in seinen Augen gute Frage "Welches Buch haben Sie gerade auf dem Nachttisch liegen?" hat der Niederrhein-Kabarettist sich eine verbale Selbstberuhigung zurechtgelegt: "Couchsurfing im Iran". Damit will er sich offen zeigen für neues Denken. "Das ist Zeitgeist 4.0 gepaart mit multikultureller Weltoffenheit." Er gibt aber die Empfehlung, kurz vorher den Klappentext zu lesen. Insbesondere, wenn die Nachbarn beim Urlaub zum Blumengießen ins Haus kommen, muss man sich fragen, ob das Buch auch besuchertauglich ist.

Schöne Episoden hatte Verhasselt auch vom Lokalbesuch. Auf die Frage "Ist der Platz noch frei?" schlägt er innerlich die Hände über dem Kopf zusammen. Äußerlich hört er sich sagen: "Ja, natürlich, setzen Sie sich doch zu uns." Die Eigenarten des Niederrheiners legte er mit den Befehlsworten "Mal ebkes" dar oder der Überprüfungsfrage "Und sonst?", wo alles drinstecken kann. Am Ende verriet Verhasselt, dass er sich schon vor vielen Jahren von Hanns-Dieter Hüsch inspirieren ließ. Ob von ihm der geniale Satz stammt "Wie schnell ist nichts getan", blieb offen. Der Kabarettist hatte viel getan und brachte alle Besucher zum Lachen. Es gab viel Applaus für diesen charmant-fröhlichen Abend.

Kabarett macht Verhasselt mittlerweile im zehnten Jahr. Wer den in Straelen geborenen Moderator und Kabarettisten in Kervenheim verpasst hat, kann ihn in einem "Best of" am Freitag, 2. Dezember, im Gocher Goli-Theater erleben.

Quelle: RP
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