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Kevelaer
VHS: Sprachkurse stehen im Fokus

Kevelaer. Das neue Programmheft bietet alles, was die Hörer erwarten. Aber auch, was aus dem Bildungsauftrag resultiert. Von Anja Settnik

/WEEZE Die alten Witzchen passen nicht mehr. Längst liegt der Schwerpunkt der Volkshochschulen nicht mehr auf Klöppeln und Makramee, vielmehr hat das kommunale Weiterbildungszentrum heute ganz wichtige gesellschaftliche Aufgaben. Insbesondere der Zuzug von Flüchtlingen und anderen Migranten führt dazu, dass die VHS zahlreiche Deutsch- und Integrationskurse anbieten muss. Und das gerne tut, denn "wir sind eine Bildungseinrichtung", sagt der Leiter der VHS Goch-Kevelaer-Uedem-Weeze, Theo Reintjes. Dabei ist ihm aber wichtig zu betonen, dass Kreativkurse und Angebote rund um die Gesundheit deswegen nicht abgeschafft wurden. Es gibt sie auch nach 40 Jahren weiterhin - so alt wird in diesem Jahr nämlich die Volkshochschule des Mittelkreises.

"Weil das ja kein Jubiläum, sondern nur ein runder Geburtstag ist, beschränken wir uns bei den Feierlichkeiten auf ein paar besondere Themenabende", erklärt Reintjes. In Kevelaer gibt es am 22. September einen Flamenco-Abend mit Musik und Geschichten, in Weeze, wo besonders viele Italiener leben, am 2. Dezember einen "italienischen Abend zum Mitsingen". Auch in Goch und Uedem sind Veranstaltungen geplant, aber erst fürs Frühjahr. Bis dahin wird keine Langeweile aufkommen, denn das neue Programmheft bietet auf 160 Seiten Kurse, Workshops und Einzelveranstaltungen für jedes Alter und jeden Geschmack, dazu Theaterfahrten und Bildungsreisen.

Das 1150 Jahre währende Bestehen von Uedem wird mit mehreren Vorträgen gewürdigt, die auch von auswärtigen Gästen gut besucht würden, so Reintjes. Wenn der VHS-Hörer "kreativ" wird, dann gerne im Zusammenhang mit neuen Medien, die auch in die Fotografie längst Einzug gehalten haben. Die eigene Internetseite gestalten oder hochmoderne Geräte kennenlernen, die helfen, das eigene Zuhause elektronisch zu steuern (der "Raspberry Pi", zu haben für 40 Euro), sind zeitgemäße Kurse, die zum Teil schon in vergangenen Semestern bestens ankamen. Oder der Umgang mit i-Pad und i-Phone, alternativ das Android-System - alles Themen für die moderne Volkshochschule.

Fremdsprachen sind der klassische Schwerpunkt im Programm, wobei seit Jahren nicht mehr nur Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch gefragt sind, sondern ebenso Chinesisch, Japanisch, Arabisch, Russisch oder Türkisch. Auch Niederländisch, versteht sich, und Polnisch sowie Russisch für diejenigen, die sich mit den Nachbarn und Zugezogenen aus dem europäischen Ausland unterhalten können möchten.

Bei Betriebserkundungen, heimatkundlichen Vorträgen oder Studienreisen erweitert der Hörer ebenso seinen Horizont wie bei Konzert- und Theaterfahrten. Für Familien sind die musischen oder pädagogischen Eltern-Kind-Angebote wichtig. Breitesten Raum nehmen inzwischen die Deutsch-Kurse ein. "Wir haben erfolgreich bei der Bezirksregierung den Antrag gestellt, in allen vier Kommunen Integrationskurse anbieten zu können", freut sich der VHS-Chef. Dafür gibt's Geld vom Land, zusätzlich zu den Deutschkursen auf allen Niveaus, die die Teilnehmer selbst bezahlen müssen.

In Zusammenarbeit mit dem Theodor-Brauer-Haus (TBH) sollen jungen Flüchtlingen bald Berufspraktika angeboten werden. "Ich halte viel von Kooperationen, wo immer sie möglich sind", sagt Reintjes. Mit dem TBH ebenso wie mit der Kulturbühne der Stadt oder mit der Familienbildungsstätte.

Quelle: RP
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