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Kevelaer
Von Lampenfieber nichts zu spüren

Kevelaer: Von Lampenfieber nichts zu spüren
Die Streichmäuse eröffneten das Weihnachtskonzert. In dem Ensemble spielt auch Mareike Aretz. FOTO: Thomas Binn
Kevelaer. Die drei Orchester der jungen Streicher überzeugten bei ihrem Auftritt im Museum in Kevelaer. Rund 200 Zuschauer waren gekommen und spendeten bei den Beiträgen der jungen Künstler viel Applaus. Von Udo Spelleken

Die Streichmäuse, die jüngste Formation der "Jungen Streicher Kevelaer", eröffneten das Weihnachtskonzert unter der Leitung von Maren Brezinka mit ihrer Hymne "Happy go lucky" und weiteren Stücken der englischen Komponistin Kathy Blackwell, die bei den Sechs- bis Zehnjährigen besonders beliebt ist.

Die Freude am Musizieren war den Kindern anzumerken, die ein- oder zweistimmig, mit Klavierbegleitung von Thomas Brezinka, die erfrischenden Stücke hervorragend vortrugen. Dass sie das Aufeinanderhören, die Zeichen ihrer Dirigentin zu beachten, Dynamik effektvoll, gerade bei den rhythmisch pointierten Melodien einzusetzen, gelernt hatten, kam hierbei sehr eindrucksvoll bei den über 200 Zuhörern im großen Saal des Niederrheinischen Regionalmuseums an.

Von Lampenfieber war auch bei der "Cappella Piccola" nichts zu spüren und die Angst vor anderen frei zu spielen, die eigene Intonation dem Orchester anzupassen, schien selbstverständlich. Nach einer "Fiesta" gelang den 15 Musikern im Alter von zehn bis 15 Jahren das tänzerisch schwungvolle "Rondo" von Wolfgang Amadeus Mozart.

Über das neue Arrangement zum Schlager "Bella Bimba" von Kurt Feltz, der in den 50er Jahren von Bibi Johns gesungen wurde, freuten sich besonders die Großeltern. Der begeisterte Beifall des Publikums honorierte die Streicher für ihre vielen Übungsstunden. Das Jugendstreichorchester unter der Leitung von Thomas Brezinka eröffnete seinen Auftritt mit Johannes Brahms "Choralvorspiel op 122/1". Die vom Dirigenten straff vorgegebenen Tempi drängten vorwärts, ohne zu hetzen. Das Orchester beherrschte die Musik nicht nur mühelos, sondern bot auch eine überzeugende Synthese aus stimmungsvoll einheitlicher Registrierung und spannungsgeladenen Kontrasten, hier in erster Linie im dynamischen Bereich. Den dunklen Farben, den düsteren Stimmungen eines damals depressiven Komponisten setzte Brezinka mit seinem Ensemble feine Farbnuancen zwischen den Sätzen entgegen und spielte so gedämpft mit Licht und Schatten, was den Hörer bei Laune hielt. In Bachs wohl populärstem Stück, "Air" aus der dritten Orchestersuite, entfalteten die Streicher eine entsprechende Klangpracht. Hier waren die fortgeschrittenen Techniken wie Akkordspiel, Akkordzerlegungen, verschiedene Taktarten und Rhythmen, Pizzicato und Vibrato zu hören. Dimitri Schostakowitschs "Walzer" klang erfrischend in einer sauberen und technisch einwandfreien Interpretation.

Mit Weihnachtsliedern beendeten alle 46 Streicher gemeinsam ein fabelhaftes Konzert und konnten begeisterten Applaus mit nach Hause nehmen.

Quelle: RP
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