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Sanierung der Gesamtschule
Weeze vor der Fünf-Millionen-Frage

Sanierung der Gesamtschule: Weeze vor der Fünf-Millionen-Frage
Der Plan rechts zeigt, wie alt die Gebäude bereits sind. Im Gespräch ist, die Gebäude 3 und 5 abzureißen. Dort könnte ein Bolzplatz entstehen. FOTO: Evers / Zeichnung Pohlkamp
Weeze/Kevelaer. Der Standort der Gesamtschule in Weeze muss saniert werden. Zwei Varianten dazu stehen aktuell im Raum, die unterschiedlich aufwändig sind. Auch die Stadt Kevelaer hat dabei ein Mitspracherecht. Von Sebastian Latzel

Kämmerer Johannes Peters ist sonst eher für die trockenen Zahlen bekannt. Bei der Sanierung der Gesamtschule griff er allerdings gleich zu einer sehr plastischen anschaulichen Aussage: "Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, dass wir hier in Weeze einen Goldesel wollen und in Kevelaer muss weiter auf einem normalen Pferd geritten werden", sagte er zu den Plänen der Schule, die Vertreter des Architekturbüros Pohlkamp und Osthues im Ausschuss vorstellten. Und Herbert Pohlkamp hatte dabei deutlich gemacht, dass zwei mögliche Varianten auf dem Tisch liegen. Einmal die reine Sanierung des Gebäudes, die ohnehin ansteht, weil Teile der Schule bereits 1960 gebaut wurden. Rund vier Millionen Euro würde das kosten. Die andere Variante wäre ein Umbau der Schule, das auch dem pädagogischen Konzept Rechnung trägt und unter dem Motto "Konzept 2030" geführt wird. Diese Alternative würde allerdings eine Million Euro mehr kosten.

Einigkeit besteht daran, dass an der Gebäudesubstanz etwas getan werden muss. An den Klassentrakten müssen die Fassaden saniert werden. Die Naturwissenschaftsräume stammen noch aus den 60er Jahren und sind längst nicht mehr zeitgemäß. In einigen Teilen muss das Dach erneuert werden, zudem gibt es das Problem von möglicher Schimmelbildung. Auch hier müsse etwas getan werden. Klar ist auch, dass die Mensa dringend vergrößert werden muss.

FOTO: Büro Pohlkamp und Osthues

Raimond Patt, der mit Pohlkamp zusammenarbeitet, erläuterte, dass es einen intensiven Austausch mit der Schule gegeben habe. Unter anderem entwickelte man gemeinsam Ideen in Workshops. Wichtig sei, eine Balance zwischen Architektur und Pädagogik zu schaffen. "Die Anwesenheitszeit der Lehrer hat sich erheblich erweitert. Auch gibt es mehr Beratungsbedarf, dafür müssen die nötigen Räume da sein." Wichtig sei, die Schule als offenen lichtdurchfluteten Raum zu gestalten.

Zentrales Ziel sei, der Schule ein neues Image zu geben und ein Herz. Das nämlich fehle. Daher soll ein zentraler Eingangsbereich geschaffen werden.

Mit dem neu gestalteten Gebäude soll Aufbruchstimmung vermittelt werden, um auch Schüler aus den Nachbarorten auf Weeze aufmerksam zu machen. Denn Schulleiter Michael Cuypers machte klar, dass es wichtig sei, der Schule ein Profil zu geben, damit sie in der Bevölkerung angenommen wird. Das "Konzept 2030" sei der richtige Weg. 100 Viertklässler gebe es in Weeze, und 50 Schüler brauche der Standort für zwei Klassen. Das sei nicht einfach bei der Konkurrenz in der Umgebung, etwa der Gesamtschule Mittelkreis in Goch. "Was hier geplant wird, ist ein Vorzeigeprojekt, das sich rentieren wird", ist er sicher. Johannes Peters verwies darauf, dass man auch darauf hoffe, vielleicht Kinder aus Kervenheim nach Weeze zu bekommen. Vorteil seien hier die kleinen Klassen. Ohnehin gebe es eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Kommunen bei der Gesamtschule. Das zeigte auch die Anwesenheit zahlreicher Kevelaerer Politiker in der Sitzung. Kevelaer wird einen Teil der Kosten tragen, so wie Weeze Kosten in der Marienstadt übernommen hat. Klar sei eben aber auch, dass Kevelaer nicht für Sonderwünsche von Weeze bezahlt.

Ziel ist, dass bis Mitte 2018 eine Entscheidung gefallen ist und Ende des kommenden Jahres dann schon mit der Ausschreibung begonnen werden kann. Bürgermeister Ulrich Francken machte deutlich: "Es ist wichtig für die Zukunft von Weeze, auf Dauer eine weiterführende Schule in der Gemeinde zu haben."

Quelle: RP
 
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